Der Bezirk will das 4,4 Hektar große Gelände entwickeln / Läden, Büros und Schiffsanlegeplätze geplant

Wohnen und Einkaufen am Hafen

Birgitt Eltzel
3 Min

Geschäfte, ein Hotel und Büros am Tempelhofer Damm, an der gegenüberliegenden Seite Wohnhäuser mit einem Park für die Anwohner, vor dem denkmalgeschützten Speicher ein niedriger Block mit weiteren Läden und ein Parkhaus - so könnte das 4,4 Hektar große Areal um den Hafen Tempelhof künftig aussehen. Der Kreuzberger Architekt Peter Kurt präsentierte kürzlich vor dem Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) seine Ideen. Das Bezirksamt hat auf deren Grundlage ein so genanntes Bebauungsplanverfahren eingeleitet."Die Stichworte sind: Handel, Wohnen, Dienstleistung und Kultur", sagte Kurt. Etwa 50 000 Quadratmeter Nutzfläche durch Neubebauung sind vorgesehen, denkmalgeschützte Gebäude wie der Speicher und das Ullsteinhaus sollen in die Umgestaltung einbezogen werden. 150 Wohnungen sind geplant, 10 000 Quadratmeter Büro/Dienstleistungen und 350 Pkw-Stellplätze. Die Einzelhandelsfläche soll 13 000 Quadratmeter nicht überschreiten. Gedacht werde an kleinere Geschäfte und Boutiquen, sagt Heidi Wagner vom Stadtplanungsamt. "Ein großes Warenhaus oder Center wollen wir hier nicht."Das Hafengelände gehört zum größten Teil den Brandenburger Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Diese wollen den Besitz in Berlin so schnell wie möglich verkaufen. Bei einer Beratung vor etwa zwei Wochen habe sich gezeigt, dass den Landkreisen wenig an der künftigen Entwicklung des Areals gelegen ist, sagt Stadtentwicklungsdezernentin Elisabeth Ziemer (Bündnis 90/Grüne). "Sie wollen vor allem eins: einen möglichst hohen Preis erzielen." Deshalb sei ein Bebauungsplan erforderlich: "Ein Käufer muss sich dann nach den Festlegungen darin richten."Der Plan gibt allerdings nur die Richtung vor, nicht die konkrete Gestaltung. Konzepte wie beispielsweise die der Ufa-Fabrik nach einem "Hafen der Kultur" mit einer schwimmenden Bühne, Ateliers für Künstler und Designer und einem Öko-Kaufhaus seien damit nicht vom Tisch, sagt Heidi Wagner. Ebenso wenig wie der Vorschlag für ein Afrika-Kaufhaus.Um alle Beteiligten zusammenzubringen, stimmte der Stadtplanungsausschuss einem SPD-Antrag zur Einrichtung eines "Runden Tisches Hafen Tempelhof" zu. Ein Gremium von Städteplanern, Kommunalpolitikern, Anliegern und interessierten Bürgern soll künftig die Hafen-Entwicklung beratend begleiten.Gebaut von 1904 bis 1908 // Der Hafen: Der Hafen am Teltowkanal wurde von 1904 bis 1908 gebaut. Etwa zwei Drittel des Geländes gehören den Landkreisen Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark und Dahme-Spreewald.Das Konzept: Bei der Neubebauung des Geländes soll es Spazierwege und Anlegeplätze für Schiffe und Boote geben sowie direkte Verbindungen zum sechs Meter höher gelegenen Tempelhofer Damm.Die Planung: Liegt ein Bebauungsplan vor, kann der Käufer des geländes nicht gegen dessen Bestimmungen handeln. Mehr als 13 000 Quadratmeter Handelsfläche dürfen nicht gebaut werden.

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