Berlin. mhm Eine engere Zusammenarbeit der europäischen Staaten ist unabdingbar und wird aus politischen wie wirtschaftlichen Gründen zunehmende Bedeutung erlangen. So könnte der Grundtenor des vierten gesellschaftspolitischen Forums des Bundesverbands Deutscher Banken gestern in Berlin zusammengefaßt werden.Einig waren sich Banker und Redner darin, daß die fortschreitende europäische Integration viele Chancen biete. Für den früheren US-Außenminister Henry Kissinger war denn auch nicht die Frage entscheidend, ob, sondern wie und mit wie vielen Staaten die politische Union in Europa vollzogen werde. Und in puncto "Euro", wohl dem Thema, das die meisten Teilnehmer am stärksten interessierte, beschied Kissinger apodiktisch: Es gebe keine Möglichkeit mehr, den eingeschlagenen Weg zu verlassen.So eindeutig wollte Jürgen Schrempp, Vorstandschef der Daimler-Benz AG, sich dann doch nicht festlegen. Aber auch er plädierte für den Euro und verlangte "eine zukunftsorientierte stabilitätspolitische Entscheidung" über den rechtzeitigen Start der Währungsunion und "keine auf den Moment bezogene buchhalterische". Spätestens damit hatte die Frage nach "Verwässerung" und "Aufweichung" der Kriterien für eine Teilnahme an der Währungsunion zum 1. Januar 1999 auch das Schloß Niederschönhausen erreicht. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) warb wenig später einmal mehr für die strikte Einhaltung der Kriterien. Sie bestimmten den Zeitplan. Womit Stoiber indirekt den SPD-Ministerpräsidenten Gerhard Schröder bei seinem Verlangen nach einer Verschiebung der Währungsumstellung unterstützte.Ungeachtet aller Positionskämpfe der Politiker haben sich die Bürger weitgehend festgelegt: 80 Prozent der Deutschen, das zeigt eine gestern von Bankenverbandspräsident Karl-Heinz Wessel vorgelegte Befragung, sind der Ansicht, daß der Euro so oder so komme, wenn auch später als geplant. Und weiter schreiben die Autoren: "Zwar halten die Deutschen mehrheitlich daran fest, daß die Währungsumstellung nicht gut sei, und sie bezweifeln, daß der Euro so stabil sein würde wie die Mark, doch die Zahl der Opponenten nimmt kontinuierlich ab." +++
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