Der ehemalige russische Präsident kam nach Berlin, um sich von Ärzten untersuchen zu lassen

Boris Jelzin geht es sehr gut

Dilek Güngör
2 Min

Der ehemalige russische Präsident Boris Jelzin hat das Deutsche Herzzentrum im Rudolf-Virchow-Klinikum am Montagmittag wieder verlassen. "Bei Jelzin wurde ein Check-up und eine Beratung durchgeführt", sagte Barbara Nickolaus, die Sprecherin des Herzzentrums. "Die Untersuchung war nichts Besonderes. Es handelte sich um einen geplanten Gesundheits-Check." Boris Jelzin gehe es sehr gut, der Zustand nach den Bypass-Operationen sei nach wie vor bestens. "Jelzin wurde schon in Moskau untersucht. Er wollte hier in Berlin lediglich eine zweite Expertenmeinung einholen", sagte Nickolaus. Genauere Angaben über die Untersuchung wollte Nickolaus nicht geben. Jelzin hatte um Auskunftssperre über seinen Gesundheitszustand gebeten.Am Sonntag war der 70 Jahre alte Jelzin zur Untersuchung in das Deutsche Herzzentrum gekommen, um sich vom Ärztlichen Direktor Roland Hetzer behandeln zu lassen. Hetzer gilt als Spezialist für Eingriffe am offenen Herzen. Er arbeitet seit Jahren mit dem amerikanischen Mediziner Michael E. DeBakey zusammen. Er hatte vor fünf Jahren die Herzoperationen geleitet, bei denen dem früheren Präsidenten fünf Bypässe gelegt wurden.Jelzins Protokollchef Wladimir Schewtschenko hatte zuvor erklärt, Jelzin wolle am Dienstag wieder in einer Sondermaschine nach Moskau zurückkehren. Seit seiner Ankunft am späten Sonnabendnachmittag wohnt er in der russischen Botschaft Unter den Linden. "Ob Boris Jelzin noch privat etwas in Berlin unternehmen wird, weiß ich nicht", sagte Viktor F. Koslikin, der Leiter der Presse- und Informationsabteilung der Botschaft.Das Herzzentrum im Rudolf-Virchow-Klinikum hat sich in den vergangenen Jahren international einen guten Ruf erworben. "Das Herzzentrum ist eine der größten und bedeutendsten Kliniken der Welt", sagt Barbara Nickolaus. Pro Jahr werden hier ungefähr 3 500 Operationen am offenen Herzen durchgeführt, häufig auch an Kindern. 80 Prozent der Patienten kommen, so Nickolaus, aus Berlin, Brandenburg und den umliegenden Bundesländern. "Viele Patienten kommen auch aus arabischen Ländern oder auch aus Afrika." Auch Prominente bevorzugen das Herzzentrum. Namen will Nickolaus aber nicht nennen. Wie Jelzin erbäten sich viele Patienten Diskretion über ihre Behandlung oder über ihren Aufenthalt im Klinikum. Von einem weiß sie, dass sie offen erzählen kann: "Günther Pfitzmann lässt sich gerne hier behandeln und sagt es auch deutlich."

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