Der FC Schalke verliert gegen Manchester City 0:2

Allein, es fehlt der Glaube

Daniel Theweleit
3 Min

GELSENKIRCHEN. Es gibt einen neuen Schuldigen für die unerfüllten Schalker Träume, zumindest aus Sicht des Publikums. Eine Stunde war absolviert in der Uefa-Cup-Partie gegen Manchester City, da füllte sich die Schalker Fußballhalle mit "Müller Raus"-Rufen. Andreas Müller, Schalkes Manager, ist in den Fokus der Kritik geraten. Erst hat er fast zehn Millionen Euro für die nie oder konstant schwach spielenden Albert Streit, Zé Roberto II, Vicente Sanchez und Carlos Grossmüller ausgeben, dann hat er Trainer Fred Rutten verpflichtet und mit dem Holländer weitere Millioneneinkäufe veranlasst. Doch die Mannschaft bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück, das Schalker Publikum unterstellt schlechte Arbeit. Die Partie gegen Manchester City ging 0:2 (0:1) verloren.Inzwischen bedarf es einer lagen Erfolgsserie, um die Schalker Welt in Ordnung zu bringen. "Wir müssen zeigen, dass wir eine große Mannschaft sind, dazu sind solche Spiele da", hatte Rutten vor der Partie erklärt, nachher sagte er: "Nach dem 0:1 war der Glaube nicht mehr in der Mannschaft drinnen." Derzeit scheint es, als stürze Schalke ins Mittelmaß. Gegen Manchester hatte das Team nach passablem Beginn nicht mehr viel zu bieten.Manager unter AnklageDabei waren die Engländer, die seit dem Einstieg einer Investorengruppe aus Abu Dhabi als reichster Klub der Welt gelten, noch nicht einmal mit der stärksten Mannschaft angereist. Robinho fehlte. Er ist am Köchel verletzt. Aber das machte nichts, die Engländer hatten ja Shaun Wright-Phillips. Der wendige Außenstürmer spielte seine Kontrahenten schwindelig. Den Führungstreffer überließ er aber Benjani Mwaruwari (32.). Schalke hatte sich auskontern lassen. "Auf dem Papier war es eine schwere Aufgabe, doch dann entpuppte sich diese Aufgabe als ziemlich leicht", sagte Manchesters Mark Hughes nach dem Spiel.Es ist das große Problem dieses Schalker Herbstes, dass die Mannschaft gegen Spitzenklubs phasenweise dominiert, aber ineffektiv bleibt. Wieder hat der Bundesligist gute Situationen nicht genutzt. Die beste Chance der ersten Halbzeit vergab Jermaine Jones. Nach einem Pass Heiko Westermanns kam er aus 16 Metern zum Schuss, scheiterte aber an Torhüter Joe Hart (13.).Nach dem Gegentor brachen die Schalker dann in sich zusammen, das 0:2 durch Stephen Ireland (66.) war die logische Konsequenz. Denn die Schalker Angst vor Kontern war spürbar, die labile Gesamtsituation des Klubs scheint wie ein Geschwür an der Substanz des Teams zu zehren. Der Trainer gilt längst als geschwächt. Nun sitzt Manager Müller neben ihm auf der Anklagebank.------------------------------Foto: Nichts als heiße Luft: Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi.

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