Der frühere Nationalspieler Kuranyi gewinnt beim 3:1 gegen Paris die Schalker Fans für sich

Wie ein Treffer, der einen Titel beschert

Daniel Theweleit
3 Min

GELSENKIRCHEN. Es war wieder einmal Kevin Kuranyi, der den aufregendsten Moment des Abends erzeugte. Das Uefa-Cup-Duell zwischen Schalke 04 und Paris Saint-Germain war eine klare Angelegenheit, die Schalker gewannen ungefährdet mit 3:1 (2:0) - eine gute Gelegenheit also für den ehemaligen Nationalstürmer, seiner bewegten Geschichte ein neues Kapitel hinzuzufügen. Es war ein Fröhliches: In der 39. Minute erhielt Kuranyi einen Pass von Jefferson Farfan, er nahm den Ball geschickt an und drosch ihn aus 18 Metern in den Winkel. Ein herrliches Tor war das, und der Jubel in der Arena war intensiv wie nach einem Treffer, der einen Titel sichert.Bis auf Torhüter Manuel Neuer, der einfach zu weit weg stand, bildete die gesamte Mannschaft eine Traube um den Schützen. Es war ein großer Moment der Versöhnung, Pfiffe gegen Kuranyi gab es an diesem Abend nicht - zumindest auf Schalke ist Kuranyi vorerst rehabilitiert. Und vielleicht war es tatsächlich so etwas wie ein Schulterschluss mit Nachhaltigkeit, denn naturgemäß können sich die Menschen aus Gelsenkirchen erheblich besser mit dem Image des Gebeutelten identifizieren als mit dem immer etwas abgehoben-neureich wirkenden Fußballer früherer Tage. "Wir müssen wachsen, nicht nur die Mannschaft auch die Fans", sagte Mittelfeldmann Jermaine Jones.Es war allerdings auch eine dankbare Gelegenheit für einen Abend der Versöhnung. Denn die Franzosen hatten nur eine Ersatzmannschaft in die Partie geschickt, bis auf Torhüter Mikael Landreau und Linksverteidiger Clement Armand schonte Trainer Paul Le Guen alle Stammspieler für das Duell mit Olympique Marseille am kommenden Wochenende. Die Leistungsträger Claude Makelele und Guillaume Horaud waren gar nicht erst mit nach Gelsenkirchen gekommen. "Ich hätte auch lieber gegen das Team gespielt, das ich beobachtet habe", sagte Rutten, "dann wären wir mehr gefordert gewesen".Die seltsame Maßnahme ist eine Folge des gegenwärtigen Uefa-Cup-Modus, weil ein dritter Platz unter fünf Teams reicht, hat man mit zwei Heimsiegen gute Chancen, die K.o.-Runde zu erreichen. Diesen Modus wird es in den kommenden Jahren in dieser Form nicht mehr geben. Den Schalkern, die nach zuletzt drei sieglosen Partien durchaus angreifbar gewesen wären, half die Überlegenheit in den Kategorien Erfahrung und Spielpraxis natürlich sehr.Von Beginn an hatten sie mehr Ballbesitz, kontrollierten die Partie und gingen auch recht schnell in Führung. Mabiala grätschte eine Hereingabe von Levan Kobiaschwili ins eigene Tor (12.). Zwar wurde immer wieder sichtbar, dass die Schalker Defensive keineswegs unverwundbar ist, es gab einige Momente, in denen sie eine gehörige Portion Glück benötigten. Unmittelbar vor der Führung ergab sich nach einem Fehler von Heiko Westermann eine Gelegenheit für Mateja Kezman, doch Manuel Neuer hielt den Schuss großartig. Und nach 37. Minuten lief Kezman völlig frei auf Neuer zu, schoss aber aus 18 Metern knapp am Tor vorbei. Im Gegenzug erzielte Kuranyi das 2:0, und als Hamit Altintop das 3:0 nachgelegt hatte (69.), war die Partie endgültig entschieden. Clément Chantomes Anschlusstreffer in der Nachspielzeit spielte keine Rolle mehr und am Ende klatschten die Anhänger anerkennend für Kevin Kuranyis ungewöhnliches Comeback.------------------------------Foto: Tore wirken immer: Schalkes Kevin Kuranyi trifft gegen Paris St. Germain und ist nun wieder Publikumsliebling.

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