Empirische Untersuchungen legen nahe, dass bei Menschen mit sadistischen oder psychopathischen Persönlichkeitsmerkmalen seltener schwere Straftaten vorkommen als bei Akteuren, die sich selbst als moralisch besonders integer wahrnehmen. Eine Studie nach der anderen weist auf diesen scheinbar paradoxen Befund hin. Die Selbstwahrnehmung, zu den Guten zu gehören, geht einher mit einer erhöhten Bereitschaft zu Grausamkeit, einer Reduktion empathischer Fähigkeiten sowie einer Einschränkung kognitiver Flexibilität. Mit keiner anderen Geisteshaltung blenden wir so radikal eigene Fehler aus. Die implizite Annahme, selbst nicht Teil des Problems sein zu können, erweist sich als das eigentliche Problem.
Psychologie
Der Ich-Verteidiger
Massoud Doktoran
5 Min
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Eine Gegendemonstrantin steht mit einem Schild "Impfen ist solidarisch" während einer Demonstration gegen die Impfpflicht in der Coronavirus-Pandemie am Nauener Tor, Potsdam, 31. Januar 2022.
© Martin Müller /IMAGO
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