Ja, Buckow ist schön, aber doch mit Einschränkungen", stellte Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" fest. Vor allem klagte er über das Straßenplaster, das ihm lebensgefährlich erschien. Auch heute noch hat die oft als Perle der Märkischen Schweiz gepriesene Kleinstadt viel altes, kaputtes Pflaster, das Autofahrer wie Radler stöhnen lässt. Zu Fuß dagegen kommt man auf neuen Wegen bequem voran. Und weil an jeder größeren Kreuzung touristische Wegweiser aufgestellt sind, fällt die Orientierung leicht. Wer auf dem Weg zum Brecht-Weigel-Haus stattliche Villen aus der Gründerzeit in neuem Glanz anschauen will, sollte direkt der Bertolt-Brecht-Straße folgen. Die kürzere Route führt über die Werderstraße. Das unter mächtigen Silberpappeln liegende Haus und ein großer Blumengarten lohnen die zehn Minuten Fußmarsch. Viele Besucher sind überrascht, an einem Haus, in dem der Dichter und Dramatiker Brecht gelebt hat, dekorativen Hausschmuck mit Zierbändern und kassettenartigen Bemalungen zu finden, weil sie ein eher schlichtes Gebäude erwartet haben. Den Mittelpunkt des Anwesens bildet das zweigeschossige Atelier. In dem großen Raum sollen Weigel und Brecht gegessen haben. Um den schweren Tisch sind zehn verschiedene Stühle gestellt, der Lieblingsstuhl der Weigel, ein kostbarer Brautstuhl, steht am Kopfende. Im heutigen Kassenraum befand sich einst die Küche der Weigel, die damals für ihre köstlichen Pilzgerichte berühmt war. Über ihre Arbeit am Theater berichtet eine kleine Ausstellung im ehemaligen Bootshaus. Dort erinnern Kostüme und der legendäre Planwagen, den die Schauspielerin als "Mutter Courage" über die Bühne zog, an ihre größten Erfolge. Im Garten sind auf Kupfertafeln fünf stimmungsvolle Gedichte von Brecht aus seinen "Buckower Elegien" zu lesen. Der lange Bootssteg durchschneidet am Ufer den Schilfgürtel und hält so die Sicht auf den Schermützelsee frei. Der See ist mit 146 Hektar groß genug für die einstündigen Rundfahrten des Buckower Ausflugsdampfers "Scherri", die am Anleger neben dem Strandbad (zwischen 10 und 17 Uhr) zu jeder vollen Stunde beginnen. Unterwegs legt das Schiff vor den Gaststätten "Fischerkehle" und "Buchenfried" an, die beide unterhalb des Panoramawegs liegen. Die große mit Sonnenschirmen beschattete Terrasse der "Fischerkehle" bietet einen malerischen Blick auf den See. Hier lohnt sich eine kurze Rast, bevor man die Hügel "erklimmt" und um den See wandert. Vom Panoramaweg aus kann man an mehreren Stellen über die Wipfel der Bäume hinweg auf das klare Wasser des Schermützelsees schauen, das sich wie ein Halbmond an die Stadt schmiegt. Markierte Wege führen von Buckow aus zur Pritzhagener Mühle, zur Silberkehle und in die Drachenschlucht. Am nördlichen Ortsausgang beginnt ein rund zwei Kilometer langer Pfad, durch das wildbachartige Sophienfließ zur Wurzelfichte, unter deren teilweise freigespültem Wurzelstock bis zu 20 Leute Platz finden. Übersichtspläne und Kartenmaterial für kurze und lange Touren sind im Fremdenverkehrsamt in der Wriezener Straße im "Alten Warmbad" zu bekommen. In dem schönen Fachwerkhaus nahmen früher die Kurgäste aus Berlin "Duschen und Brausen aller Art". Die gute Luft des Ortes pries schon der Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. in höchsten Tönen: "In Buckow geht die Lunge auf Samt", stellte er fest. Auch heute kommen Patienten nach Buckow zur Kur. Kuren für Kinder haben in Buckow eine lange Tradition. Und wenn die Kids mit ihren Müttern oder Vätern in der Stadt unterwegs oder auf dem Weg ins Strandbad sind, macht der Ort einen putzmunteren Eindruck. Anreise mit Bahn und Bus im Stundentakt, ab Bahnhof Berlin-Lichtenberg von 5.56 bis 19.56 Uhr mit RB 26 bis Müncheberg, dort umsteigen in den Anschlussbus 928 bis Buckow (mit Bahnticket möglich). Stündlich zurück ab Buckow von 5.40 bis 19.40 Uhr.Im Schlosspark erklingen sonntags Kurkonzerte. Am 22. Juli um 14.30 Uhr spielt eine Countryband, am 29. Juli um 16 Uhr ein Kammerensemble.ZB/KLAUS FRANKE Die Stobbermühle in Buckow ist ein beliebtes Restaurant in der Märkischen Schweiz.
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