Es ist nicht zu übersehen: Am SEZ tut sich was. Das bislang graue Gebäude an der Landsberger Allee/Ecke Danziger Straße wird derzeit in knalligen Farben gestrichen. Die Malerarbeiten sind jedoch nur ein Vorgeschmack auf das, was der neue Besitzer mit dem Freizeitkomplex in Friedrichshain vorhat. Rainer Löhnitz, der das marode Haus für einen symbolischen Euro vom Liegenschaftsfonds Berlin erworben hat, will Teile des Gebäudes noch im Oktober wieder eröffnen. Das kündigte der Leipziger gestern während der offiziellen Übergabe des SEZ an. Zugleich machte er einen Namenswechsel rückgängig: Das Haus, das 1999 offiziell in Sport- und Erlebniszentrum umbenannt wurde, bekommt seinen alten Namen aus DDR-Zeiten zurück und heißt nun wieder Sport- und Erholungszentrum. Im Haus haben die ersten Arbeiten bereits begonnen: Bowling-Anlage, Ballspielhalle, der kleine Fitness-Bereich und die Sauna sollen in wenigen Wochen öffnen. "Es macht keinen Sinn, das Haus während der gesamten Sanierung zu schließen", sagt Rainer Löhnitz. Er müsse mit dem SEZ Geld verdienen, um später den teuersten Teil der Sanierung finanzieren zu können - die Schwimmhalle. Dort muss nicht nur die gesamte Technik erneuert werden, Löhnitz will auch anbauen: Unter freiem Himmel sollen ein Nichtschwimmerbecken und eine Rutschanlage entstehen. Auch die Sauna soll später erweitert werden. Betreiben wird das SEZ allerdings nicht Löhnitz selbst, sondern die extra dafür gegründete SEZ Berlin GmbH. Deren Geschäftsführer Hans Krusenbaum kündigte an, das Haus werde vorerst von 16 bis 24 Uhr geöffnet sein. Auf diese Weise bestehe die Möglichkeit, vormittags weitere Bereiche in Stand zu setzen und nachmittags Sportlern den Zugang zu ermöglichen. Betrieben werden soll das Haus zunächst mit zehn bis zwölf Mitarbeitern sowie Saison- und Teilzeitangestellten, darunter auch einstigen SEZ-Mitarbeitern. In diesem Jahr sollen etwa 100 000 Euro investiert werden. Wie viel die gesamte Sanierung kosten wird, steht noch nicht fest. Viele Jahre hatte es so ausgesehen, als fände sich nie ein Investor für das 1981 eröffnete Freizeitzentrum. Zunächst hatte der Berliner Senat nach Geldgebern für den heruntergewirtschafteten Bau gesucht, dann die Bäderbetriebe, die das SEZ ab 1999 betrieben. Diese hatten jährlich fünf Millionen Euro Zuschüsse vom Land für das Gebäude erhalten. Im Dezember 2002 war der Komplex geschlossen worden - aus Kostengründen.BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Knallige Farben für ein marodes Haus: Das SEZ erhält einen neuen Anstrich.
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