DDR-Legende

Der Mann mit dem Wartburg: Der Schlagersänger Frank Schöbel wird 80

So wäre die DDR gern gewesen: modern, erfolgreich, unspießig. So, wie Frank Schöbel mit Chris Doerk auftrat. Oder mit Aurora Lacasa. Er geht wieder auf Tournee.

Birgit Walter
Birgit Walter
6 Min
Frank Schöbel im Jahr 1982

Frank Schöbel im Jahr 1982

© Herbert Schulze

Jetzt ist es doch passiert. Jahrzehntelang hielt sich der Eindruck, dass der Schlagersänger Frank Schöbel seine Jugendlichkeit für sich als Charakterzug gepachtet hat und als altersloser Sonnenjunge ewig vor sich hin schöbelt. So, wie er mal angefangen hat, als er mit 20 Jahren erstmals auf eine Bühne sprang. Jetzt wird er 80 und mobilisiert alles für das große Jubiläum. Das Pensum: eine zweite Autobiografie, eine Tournee mit 40 Konzerten und danach noch ein neues Album. Er sorgt für Haare ohne Grau und nimmt vor Fernsehauftritten ein paar Pfund ab, um eine gute Figur zu machen, alles wie immer. Erleichtert stellt man fest: Auch Schöbels Gesicht ist etwas runder geworden, er muss jetzt auf seine Knie achten, kann nicht mehr so unbeschwert Fußball spielen oder mit dem Fernsehballett hundert Mal im Takt hochspringen, die Unterschenkel nach hinten reißen und dazu singen: „Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß“. Eine unglaubliche Nummer aus dem „Kessel Buntes“.

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