Nur wenige Trendgetränke haben das geschafft, was dem Matcha mühelos gelungen ist. Das Grüntee-Getränk hat den anfänglichen Hype überdauert und ist zur festen Kaffee-Alternative aufgestiegen. Immer wieder versuchen neue, spannende Anwärter, in diese großen Fußstapfen zu treten – zuletzt etwa die fotogene lila Ube-Wurzel oder der sanft geröstete Hōjicha-Tee. Doch jetzt betritt ein vielversprechender Neuzugang die Bühne: der schwarze Sesam-Latte.
Die Basis bildet eine feine, tiefschwarze Paste aus geröstetem Sesam. Sie wird mit etwas heißem Wasser verdünnt oder direkt in erwärmter Milch beziehungsweise einer pflanzlichen Alternative aufgelöst. Je nach Süße-Bedürfnis kommen Honig, Zucker oder Ahornsirup hinzu. Wenn es nicht gleich die volle Dröhnung der Paste sein soll, lässt sie sich ebenso als Verfeinerung in klassischen Kaffee- oder Matcha-Kreationen verwenden.
Fototechnisch verheißungsvoll
Schon die tiefgraue, fast anthrazitfarbene Marmorierung macht den Sesam-Latte optisch zu einem vielversprechenden Anwärter auf den Titel des neuen Trendgetränks. Geschmacklich ist er intensiv nussig und bringt eine leicht herzhafte Umami-Note mit.
Anders als Kaffee und Matcha kommt schwarzer Sesam allerdings gänzlich ohne Koffein aus und enthält dafür aber unter anderem Kalzium, Eisen, Magnesium und Antioxidantien. Sie können sich also getrost einreden, sich selbst etwas Gutes zu tun, während sie genießen.
Dass der schwarze Sesam aktuell die internationale Café-Szene erobert, ist streng genommen gar keine moderne Erfindung. Tatsächlich blickt die kleine Saat auf eine stolze, über 2200-jährige Geschichte zurück und verbreitete sich ab etwa 300 v. Chr. von China nach Korea und Japan. In der chinesischen traditionellen Kräuterheilkunde ist schwarzer Sesam bis heute fest verankert und findet sich in zahlreichen asiatischen Küchen in Form von Desserts und Getränken wieder.
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Einen Hinweis auf die aktuelle Entwicklung liefert auch der Oatly-Report zur Zukunft des Geschmacks („A Report on the future of taste“, Oktober 2025). Als einen Treiber des Trends nennt der Bericht Nostalgie. In Korea erlebt schwarzer Sesam im Zuge des sogenannten Halmaenial-Trends ein Comeback (eine Wortschöpfung aus dem koreanischen Wort Halmoni, was Großmutter bedeutet, und dem Wort Millennial).
Junge Menschen entdecken dabei traditionelle Lebensmittel und Gewohnheiten ihrer Großeltern neu und übertragen sie in zeitgemäße Formen – für uns also ein neues Getränk, das wir uns mit Eis und Sirup in einem hübschen Café servieren lassen können.
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