Die Silhouetten der Looks zitierten die Geometrie des dreieckigen Prada-Logos: im oberen Teil aufgepumpt mit skulpturalen Mänteln und Bomberjacken in Supersize, verjüngten sie sich nach unten und betonten die Männerbeine im Skinny-Chic. Das Signaturteil war ein, von den beiden Designern „Long John“ genannter Strickbodysuit, in dem während der Show die Models, alienartig tanzend, eingeblendet wurden. Das Prada-Logo selbst wurde zum Strickemblem weiterentwickelt und saß abstrakt zwischen den zarten Schulterblättern der Jungs.
Hochpolierte Neunziger für den Herbst 2021: Bomber in Pink, geometrische Muster in Strick, Handschuhe mit applizierter Zippertasche. Und als Basis das schmale Prada-Männerbein.
© Prada
Fein, grob, dunkel, pastellhell – die Genialität der beiden Designer manifestiert sich in der Perfektion des Aufpralls, in Akzidens und Widerspruch. Das ist die Geburt des Neuen, darin liegt die Kunst der Mode. Und es bedeutet auch, dass sich die Designer widersprechen dürfen, einander wie sich selbst. So wie Miuccia Prada es erklärt: Dass sie Nadelstreifen eigentlich nicht mochte, ihr aber nichts lieber sei, als sich selbst zu revidieren. Und sie die Prada-Nadelstreifen darum jetzt besonders spannend findet.
Nach dem Ende der Präsentation stellten sich beide Designer den Fragen von live zugeschalteten Mode- und Architekturstudenten aus aller Welt. Anrührende Momente und erhellende Statements schlossen damit eine Show, die in ihrem Mix aus Distanziertheit und Nahbarkeit nichts vermissen ließ. Und die damit eine Marke stärkt, die es immer verstanden hat, ihre eigene Sprache weiterzuentwickeln. Grazie, Prada.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]