1948: Gregor Gysi wird am 16. Januar in Berlin geboren. Er entstammt einer alteingesessenen Familie mit jüdischen Vorfahren. Sein Vater Klaus war später unter anderem DDR-Kulturminister und Staatssekretär in Kirchenfragen. Nach dem Abitur 1966 absolviert er eine Ausbildung zum Facharbeiter für Rinderzucht. Im selben Jahr beginnt Gregor Gysi an der Humboldt-Universität in Berlin ein Rechtswissenschaftsstudium, ein Jahr später wird er SED-Mitglied.1971: Gysi wird als Rechtsanwalt in Ost-Berlin zugelassen. Er vertritt systemkritische Bürger, "Republikflüchtige" und kirchliche Basisgruppen. Zu den prominentesten Klienten des inzwischen promovierten Juristen gehören der Wissenschaftler Rudolf Bahro und die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley.1989: Ein Sonderparteitag der SED wählt Gysi im Dezember mit 95 Prozent zum Parteivorsitzenden. 1990, die Partei heißt inzwischen PDS, kann der Politiker deren Selbstauflösung abwenden. 1992 gerät er in den Verdacht, inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen zu sein. Dagegen setzt sich Gysi mehrfach erfolgreich vor Gericht zur Wehr. So untersagt das Oberlandesgericht Hamburg dem Magazin "Der Spiegel", die Behauptung zu wiederholen.1992: Als Konsequenz aus den anhaltenden Flügelkämpfen verzichtet Gysi auf eine erneute Kandidatur als PDS-Vorsitzender. 1993 löst ihn Lothar Bisky ab.1994: Gysi zieht als Abgeordneter in den Bundestag ein. Im Wahlkreis Hellersdorf-Marzahn erhält er 48,9 Prozent der Stimmen. Bei der Bundestagswahl 1998 erringt Gysi erneut ein Direktmandat. Während der Nato-Angriffe auf Jugoslawien fordert der Politiker die PDS zur Kurskorrektur in der Außenpolitik auf - gegen eine Mehrheit in der Partei. Am 9. April 2000 teilt er mit, dass er den Fraktionsvorsitz aufgibt.2001: Am 14. Juli wählt ihn die PDS zum Spitzenkandidaten bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Am 21. Oktober 2001 erhält die PDS 22,6 Prozent der Stimmen und wird drittstärkste Fraktion.2002: Das Abgeordnetenhaus wählt Gysi am 17. Januar zum Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen. Er erhält 70 Jastimmen, 67 Abgeordnete votieren mit Nein, drei enthalten sich der Stimme. Die Hundert-Tage-Bilanz im April fällt zwiespältig aus. Unternehmer loben das Interesse des Senators. Kritiker monieren, dass Gysi den Großflughafen Schönefeld ablehnt und dass sich der Niedergang der Berliner Wirtschaft fortsetzt: Herlitz geht Pleite, Spreequell und Babcock-Borsig kündigen an, dass sie aus Berlin wegziehen.31. Juli 2002: Gysi tritt als Senator und Abgeordneter zurück. Er hatte bereits am 29. Juli eingestanden, als Bundestagsabgeordneter bei dienstlichen Flugreisen gesammelte "Bonusmeilen" privat verwendet zu haben.
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