Der Sand der Stadtstrände stammt aus Brandenburg oder von der Küste. Meist überwintert er hier

Ostseequalität für die Hauptstadt

Eva Dorothée Schmid
3 Min

So viele Strände wie in diesem Sommer gab es noch nie in der Stadt. Mehr als 3 500 Tonnen Sand wurden in Berlin verteilt. Doch woher kommt der Sand eigentlich? Und was passiert mit ihm nach der Saison?Am Bundespressestrand liegt man auf original märkischem Sand, der von der Havel stammt. Ebenso am Oststrand und der Strandbar Mitte: Der Sand dort wurde aus Niederlehme in Brandenburg hergeschafft. Der Sand des Karma Beach in Treptow stammt aus einer Kiesgrube in Müncheberg, der am Badeschiff vor der Arena aus einem Kieswerk nördlich von Oranienburg. Und der Sand der Strandbar Treptow stammt aus Teltow, "aus tiefen Gruben" sagt Betreiber Kenan Azman. Er sei so fein, dass er Ostseequalität habe. Doch es gibt auch Original-Ostseesand in Berlin. Der Sand an den Stränden Oranke Orange und Oranke am See stammt aus Usedom und im Beach Club am Leipziger Platz liegt man ebenfalls auf richtigem deutschem Ostseesand. Buddelkasten oder edlerNicht nur von der Herkunft un-terscheidet sich der Sand der Berliner Strände, auch die Qualität ist unterschiedlich. Am Bundespressestrand zum Beispiel liegt "Buddelkastensand", der auch für Kinderspielplätze geeignet ist. Im Beach Club Berlin dagegen vertraut man auf eine edlere Körnung. "Unser Sand ist sehr fein, die Sandkörner haben einen Durchmesser von 0,1 Millimeter", sagt Hubertus Buchinger, Geschäftsführer des Beach Clubs.Nur weißer Quarzsand sei noch feiner. "Aber der blendet total, der ist für die Augen ein Gräuel", sagt Buchinger. Und teuer ist er mit 20 Euro pro Tonne auch. Der Sand, der am Beach Club liegt, kostete zehn Euro pro Tonne. Nach Saisonende will Buchinger den Sand verkaufen. "Sand wird immer gebraucht, zum Beispiel auf Golfplätzen, bei mir stehen die Interessenten Schlange", sagt er. Der Sand des Bundespressestrandes hingegen wird in einem Kieswerk entsorgt.Doch bei den meisten Stränden wird der Sand nicht mühselig weggeschafft. "Damit nichts wegweht, decken wir den mit einer speziellen Folie ab und verwenden ihn nächstes Jahr wieder", sagt Seraphine Sgolik von den Oranke-Stränden. Keine Angst vor Herbststürmen haben die Betreiber der anderen Strände. Sie lassen den Sand einfach liegen. "Ich denke mal, höchstens 20 Prozent fliegen weg", sagt Kenan Azman von der Strandbar Treptow. Und nächstes Jahr wird das, was fehlt, einfach durch neuen Sand ersetzt.------------------------------Noch ist der Sommer nicht zu Ende // Bundespressestrand: Noch geöffnet bis zum 26. September. Kronprinzenbrücke, Mitte.Badeschiff an der Arena: Auf jeden Fall noch bis zum 8. Oktober geöffnet, die Betreiber planen, eventuell auch im Winter zu öffnen - dann mit Sauna. Eichenstraße 4, Treptow.Beach Club: geöffnet bis 30. September, bei gutem Wetter länger. Leipziger Platz, Mitte.Strandbar Mitte: geöffnet ist noch bis zum 4. September. Monbijou-Park, Mitte.Oranke Orange und Oranke am See: Saisonabschlussparty am 19. September, aber geöffnet, solange die Sonne scheint. Karl-Marx-Allee 93, Friedrichshain, und Orankestraße 41, Hohenschönhausen.Oststrand: Geöffnet bis 4. September.Hinter der East Side Gallery, Mühlenstraße, Friedrichshain.Strandbar Teltow: geöffnet ist bis Mitte Oktober. Fanny-Zobel-Str. 13-21, Treptow.Karma Beach: Der Strand am Stralauer Platz ist seit gestern geschlossen.------------------------------Foto: Strandvergnügen an der Spree: Der Sand des Oststrands bleibt auch im Winter liegen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner