Die Frankfurter Allee ist ein Paradebeispiel für das Verkehrsproblem der Hauptstadt. Auf sechs Spuren fahren Autos, Lkws und Motorräder. Und allesamt verursachen Lärm und jede Menge Abgase auf der Hauptverkehrsstraße - auch so genannte PM-10-Staubpartikel, die von Dieselmotoren ohne Rußfilter produziert werden. Dieser feine Staub ist stark gesundheitsgefährdend. Er kann unter anderem zu Atemwegserkrankungen führen und Allergien auslösen. Dank der EU könnten die Staubpartikel in den Abgasen allerdings bald deutlich weniger werden. Die Europäische Union hat ihren Mitgliedsländern Grenzwerte für PM 10 festgeschrieben. Diese liegen bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ein Wert, der nach der neuen EU-Richtlinie maximal an 36 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Die derzeitige Praxis auf der Frankfurter Allee sieht ganz anders aus: Dort werden fast drei Mal so viel Abgase in die Luft geblasen und der Richtwert an mehr als 90 Tagen im Jahr überschritten. Das soll sich ändern, da ab 1. Januar 2005 die EU-Grenzwerte gelten. Kritik von den Grünen Bis Frühjahr nächsten Jahres soll deshalb für Berlin ein neues Landes-Immissionsschutzgesetz in Kraft treten, falls das Abgeordnetenhaus bis dahin zustimmt. Die Grünen monieren allerdings, dass im vorliegenden Gesetzentwurf nicht im Einzelnen festgelegt wird, wie genau die Staubbelastung künftig verringert werden soll. "Es ist lediglich von geeigneten Maßnahmen die Rede. Das ist eindeutig zu wenig. Die Maßnahmen müssten genauer beschrieben werden", sagt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Felicitas Kubala. "Das Gesetz bezieht sich nahezu ausschließlich auf den Lärm in Berlin, kaum auf die Berliner Luft", sagt sie. Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht man die Angelegenheit allerdings deutlich weniger dramatisch. "Wir haben doch noch ein Bundes-Immissions- schutzgesetz. Dort ist alles Weitere geregelt", erklärt Martin Lutz vom Referat für Grundsatz- und Planungsangelegenheiten des Immissionsschutzes. Geeignete Maßnahmen, um die Staubpartikelbelastung in der Luft zu senken, wären unter anderem Rußfilter in Dieselmotoren sowie Filter in Baumaschinen. Diese müssten nachträglich eingebaut werden, denn nur die neuesten Fahrzeuge und Maschinen sind entsprechend den EU-Vorgaben ausgestattet. Für einen solchen nachträglichen Einbau gibt es Steuer- erleichterungen. Bisher versucht der Berliner Senat mit Verkehrsumleitungen Belastungen an Hauptverkehrsstraßen zu verringern. "Der Verkehr soll umweltfreundlich abgewickelt werden", sagt Lutz. "Zurzeit untersuchen wir, wie Ampeln auch neu geschaltet werden können, um den Verkehr besser in den Griff zu bekommen."------------------------------Weniger Ruhe in den Abendstunden // Der Senat will mit einer neuen Verordnung den Lärmschutz den EU-Regelungen anpassen. Demnach sollen Ruhezeiten mit weniger Lärm nur noch zwischen 22 und 6 Uhr gelten. Bislang mussten Baustellen, Lieferfahrzeuge, Getränkelager oder Supermärkte eine Ruhezeit von 20 bis 7 Uhr einhalten, in der es fünf Dezibel leiser sein musste als tagsüber. Ausnahmen wurden bislang gestattet. Wegen Baumaßnahmen in der Stadt erteilten die Behörden 400 bis 500 Ausnahmegenehmigungen pro Jahr. Insofern erwartet der Senat künftig kaum Mehrbelastungen für die Anwohner. Zudem können Firmen jetzt leichter im Zwei-Schichtbetrieb arbeiten.Nicht betroffen von der Neuregelung sind Sonn- und Feiertage, an denen weiterhin die Ruhezeiten mit niedrigeren Höchstgrenzen gelten. Eigenheimbesitzer müssen allerdings weiterhin die Regelungen für Maschinen mit höherem Lärmpegel beachten. So gelten besondere Vorschriften für den Betrieb von Rasenmähern, Häckslern oder Laubsaugern.------------------------------Foto: Glasklar: In der Glasfassade am Gebäude der Berlin Hyp in Tiergarten spiegelt sich der Himmel.
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