Ostsee

Vom Kapitänsdeck in den Strandkorb: Ein Ex-Seemann hat das Kommando über 182 Körbe auf Usedom

Mayk Borchardt betreibt eine Strandkorbvermietung an der Ostsee. Dieser Beruf hat auch ungeahnte Schattenseiten. Ein Porträt.

8 Min
Mayk Borchardt an seinem „Ausguck“: Von hier aus hat er die Badegäste im Blick.

Mayk Borchardt an seinem „Ausguck“: Von hier aus hat er die Badegäste im Blick.

© JONAS BERNDT für Berliner Zeitung

Eigentlich hat sich für Mayk Borchardt gar nicht so viel verändert. Wenn er an seinem Stand am Zinnowitzer Weststrand steht, ist das für ihn immer noch sein „Ausguck“. Früher blickte er als Kapitän von der Brücke großer Schiffe auf den Ozean; heute wacht das Usedomer Urgestein über eine Flotte von 182 Strandkörben, die sich im feinen, weißen Sand aneinanderreihen.

Sein „Ausguck“ heute ist ein blau-weißer Strandkorb, von dem aus er seine Kunden bedient. Auf dem Dach: eine Fahne mit dem Spruch „Alles, was meine Lieben aus dem Urlaub mitbrachten, ist diese scheiss Fahne“ – ein Geschenk seiner Frau. Unter der Sitzbank: Wechselkleidung, Werkzeug, Getränke – und Sand.

Morgens um acht Uhr an einem warmen Julitag, ein leichter Wind weht, die Sonne bricht immer wieder durch die Wolken. Mayk Borchardt schließt einen Strandkorb auf. Er trägt dunkelblaue Shorts, eine sportliche Sonnenbrille und einen dunkelblauen Pullover mit der Aufschrift „Ich brauche keine Therapie, ich muss einfach nur an die Ostsee“ – für die Urlauber ein Versprechen, für ihn selbst Lebensrealität.

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