THOMAS ROGALLA fragt sich, ob der Innensenator einen neuen Kalender braucht.Wäre gestern, was der Herrgott verhüten möge, ein Meteorit am Alex eingeschlagen oder die Spree über die Ufer getreten - niemand hätte ein Wort darüber verloren, dass Innensenator Ehrhart Körting den für heute anberaumten Verhandlungstermin mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ad hoc verschiebt. Da beide Ereignisse bis Redaktionsschluss nicht eintraten, darf man sich deshalb schon wundern, warum Körting den seit Monaten bekannten Termin mit Verdi & Co, bei dem die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die 50 000 Beschäftigten in Ämtern und Behörden beginnen sollten, kurz vor Beginn platzen lässt.Die öffentlich dargereichte Erklärung, der Senat müsse bei seiner Klausur Ende Juni erst die Finanzlage sichten, überzeugt nicht. Dass Berlin eine Finanzkrise hat, ist nicht erst seit gestern bekannt. Oder der neue Finanzsenator hat aktuell neue, riesige Löcher im Etat gefunden, von denen noch niemand etwas ahnt. Da wäre es verständlich, dass der Senat die kostenpflichtigen Forderungen der Gewerkschaften etwa nach Einbeziehung Ost-Berlins in das Tarifgebiet West oder die Übernahme von Auszubildenden auf die lange Bank schieben will. Oder Körting will Verdi signalisieren, dass man mit den Gewerkschaften nicht zu verhandeln, sondern umzuspringen gedenkt. Ob das derzeit die richtige Strategie für die SPD ist? Seite 17
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