Um weit hinter der Frontlinie zuschlagen zu können, sind die von den Himars abgefeuerten Boden-Boden-Raketen der USA vom Typ ATACMS für die Ukraine von entscheidender Bedeutung. Washington hatte etwa 40 dieser Raketen geliefert. Einem neuen Bericht der Associated Press zufolge gibt es jedoch keine mehr in ihrem Arsenal.
Wie die Nachrichtenagentur unter Berufung auf einen US-Beamten berichtet, habe die US-Regierung von Joe Biden insgesamt weniger als 40 dieser Raketen geliefert, die der Ukraine Ende Januar ausgegangen seien. Ein ukrainischer Abgeordneter bestätigte die Angaben gegenüber AP. Washington hatte deutlich gemacht, dass nur eine begrenzte Anzahl von ATACMs geliefert werden würden und dass die USA und ihre Nato-Verbündeten andere Waffen im Krieg mit Russland für wertvoller hielten.
ATACMS sind ballistische Raketen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Donald Trumps Vorgänger Biden hatte im November vergangenen Jahres die Beschränkungen für ihren Einsatz gelockert und der Ukraine erlaubt, sie gegen militärische Ziele in Russland einzusetzen. Trump hatte sich schon damals dagegen ausgesprochen. Daraufhin hatten auch Frankreich und Großbritannien den Einsatz ihrer an Kiew gelieferten Raketen der Typen Scalp und Storm Shadow gegen Russland genehmigt. Es folgte eine Welle von Raketenangriffen auf militärische Einrichtungen auf russischem Territorium. Die New York Times hatte bereits im Dezember berichtet, dass Kiew bald keine ATACMS mehr haben würde und deren Einsatz einschränken würde.
Am Mittwoch hatten die USA, nach einer Einigung mit der Ukraine in Saudi-Arabien, die Lieferung von Militärhilfen wieder aufgenommen. „Ich bestätige, dass die Waffenlieferungen über (das Logistikzentrum) Jasionka wieder ihr vorheriges Niveau erreicht haben“, sagte der polnische Außenminister Radosław Sikorski bei einem Besuch seines ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha in Warschau. Nach dem beispiellosen Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus hatten die USA in der vergangenen Woche ihre Militärhilfe für die Ukraine ausgesetzt. Am Dienstag stimmte Kiew in Dschidda einem Vorschlag Washingtons für eine 30-tägige Waffenruhe im Krieg zwischen Russland und der Ukaine zu und erklärte sich bereit, unverzüglich Verhandlungen mit Russland aufzunehmen. Daraufhin verkündeten die USA, die Militärhilfen wieder aufzunehmen. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]