Gesellschaftsroman

Deshalb sollte man „Sanditz“ von Lukas Rietzschel lesen

Dieser Roman erzählt über fast 50 Jahre von (ost-)deutschen Wunden und Wirren. Das Buch gehört schon jetzt zu den literarischen Höhepunkten des Jahres. Die Kritik.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
6 Min
Ein Rabe ist das – oder doch ein verzauberter Müllersbursche?

Ein Rabe ist das – oder doch ein verzauberter Müllersbursche?

© HJ Janda/imago

Zuschreibungen kann man nutzen. Als Maria merkt, dass sie unter ihren Mitstudenten in Kassel als „die aus dem Osten“ gilt, nimmt sie sich das Etikett erst recht. Sie behauptet, Mandy zu heißen, und imitiert ein Sächsisch, so breit wie Jesuslatschen. Wieder zu Hause in Sanditz, einem von Lukas Rietzschel für den Roman dieses Namens erfundenen Ort, spielt sie manchmal noch die Ausgewanderte. Zum Beispiel vor den „Heimis“, die im Westen ihr Geld verdienen und nur am Wochenende in der Kneipe von früher abhängen.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*