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Deutsche Industrie bleibt von China abhängig – Handelsdefizit erreicht Rekordwert

Warum De-Risking aus China für deutsche Unternehmen kaum vorankommt. Eine neue Analyse nennt die Gründe.

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China ist der wichtigste Handelspartner für Deutschland.

China ist der wichtigste Handelspartner für Deutschland.

© Sina Schuldt/dpa

China hat die USA wieder als wichtigsten Handelspartner Deutschlands abgelöst. Nach Angaben des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erreichte der Außenhandelsumsatz zwischen beiden Ländern 251,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg das deutsche Handelsbilanzdefizit gegenüber der Volksrepublik auf einen Höchststand von 89,3 Milliarden Euro.

Die Analysen des Verbandes stützen sich auf Daten aus dem BME-Expertenkreis China (Stand Mai 2026) sowie auf den 15. Fünfjahresplan der Volksrepublik. Sie zeigen, dass China als Beschaffungs- und Produktionsstandort für die deutsche Industrie zentral bleibt – ein Festhalten an bisherigen Einkaufsstrategien aber zu kurz greife.

Auch kaum Veränderungen für 2027 erwartet

Die Zahlen verdeutlichen, wie groß der Abstand zwischen politischer Forderung nach Diversifizierung und unternehmerischer Praxis ist. 56 Prozent der vom BME befragten Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren lediglich zwischen einem und zehn Prozent ihres Einkaufsvolumens aus China in andere Märkte verlagert. 35 Prozent haben gar keine Volumina umgeschichtet.

Auch der Ausblick bis Ende 2027 bleibt verhalten: 52 Prozent der Einkaufsverantwortlichen planen weiterhin Verlagerungen im niedrigen einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich von ein bis zehn Prozent.

„Dies zeigt, dass Verlagerungen aus China heraus Zeit und immense Ressourcen kosten und dass die Lieferketten nach China, trotz der aktuellen geopolitischen Entwicklungen, nach wie vor als robust eingestuft werden“, erklärt Riccardo Kurto, Leiter des BME-Chinabüros.

ASEAN, Osteuropa und Indien als Ausweichstandorte

Wo deutsche Unternehmen Alternativen suchen, verteilen sich die Präferenzen auf wenige Regionen. 33 Prozent der Befragten setzen auf die ASEAN-Staaten, 24 Prozent auf Osteuropa und 22 Prozent auf Indien.

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Die sogenannte „China +1 Strategie“, bei der Unternehmen neben China einen zusätzlichen Beschaffungsstandort aufbauen, greift laut BME vor allem im direkten asiatischen Umfeld. Damit wollen die Firmen von der Nähe zu bestehenden asiatischen Lieferketten profitieren.

Der hohe Wert für Osteuropa deutet darauf hin, dass auch das sogenannte Nearshoring – die Verlagerung von Produktion und Beschaffung in geografisch näher gelegene Länder – als ernstzunehmende Option für regionale Lieferketten innerhalb Europas an Bedeutung gewinnt.

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