Spielzeiteröffnung

Das Deutsche Theater sucht die Seele zwischen Innenohr und Aktenschrank

Haschischhandel in der DDR und ein Kriegskind im Pflegeheim: Im Deutschen Theater legen Jakob Hein und Christopher Rüping Zugänge zur Geschichte. Zwei Premieren, eine Kritik.

5 Min
Wenn eine DDR-Delegation mit Drogen dealt. Szene aus „Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“

Wenn eine DDR-Delegation mit Drogen dealt. Szene aus „Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“

© Thomas Aurin

Ganz schön groß alles. Der Zuschauer findet sich im Deutschen Theater zur Spielzeiteröffnung einmal zwischen raumeinnehmenden Karteischränken und einmal zwischen Flimmerhärchen im Innenohr der Protagonistin wieder.

Am Freitag bei „Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“, nach dem Roman von Jakob Hein, geht es lustig zu: Die naive und karrierefreudige Titelfigur verschlägt es in die Plankommission, Abteilung Außenhandel, Bereich Afghanistan, wo eigentlich nichts zu tun ist. Grischa initiiert mehr oder weniger aus Langeweile den Handel mit Haschisch (Schwarzer Afghane), das die DDR aufgrund von Gesetzeslücken legal im Grenzbereich an Westdeutsche verkauft, eine lukrative Valuta-Ader.

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