Klimawandel

Deutschland unter den Top Drei bei Klimaschäden

Nach dem Sommer 2018 zeigt ein internationaler Vergleich: Kaum ein anderes Land hatte nach dieser Rechnung so massive Schäden zu verzeichnen.

OAZ
2 Min
Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg.

Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg.

© dpa/Patrick Pleul

Der jährlich veröffentlichte Klima-Risiko-Index basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er vergleicht die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden nach Kaufkraftparitäten, und zwar sowohl die absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt.

Die weltweite Erderwärmung lässt Extremwetter-Ereignisse wie Trockenphasen und Stürme häufiger und stärker werden. In den vergangenen 20 Jahren hätten insgesamt mehr als 12 000 solcher Ereignisse knapp eine halbe Million Menschen das Leben gekostet und kaufkraftbereinigt rund 3,5 Billionen US-Dollar Schäden verursacht, teilte Germanwatch mit.

Unterstützung für Entwicklungsländer

„Der Klima-Risiko-Index zeigt, dass massive Klimawandelfolgen weltweit zunehmen - sie treffen immer öfter auch Industrienationen wie Deutschland oder Japan“, sagte einer der Autoren der Studie, Maik Winges. „Im Vergleich sind aber die ärmsten Staaten der Welt den noch größeren Risiken ausgesetzt.“ Sie bekämen bisher kaum Hilfe für Schäden und Verluste von den Hauptverursachern des Klimawandels, also den Industriestaaten. Teils fehlten auch Daten, weswegen die Schäden in diesen Ländern eher unterschätzt würden.

Im Langfrist-Index sind sieben der zehn am stärksten betroffenen Länder Entwicklungsländer mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Wie die teils verheerenden Schäden in diesen Ländern finanziell bewältigt werden können, ist eines der Themen auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Madrid, die am Montag begonnen hat und zwei Wochen dauert. Die internationale Klimafinanzierung ist in der Regel dafür gedacht, ärmeren Ländern dabei zu helfen, ihren Treibhausgas-Ausstoß zu senken und sich an den Klimawandel anzupassen.

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„Wir beobachten in Ländern wie Haiti, den Philippinen oder Pakistan in so kurzen Abständen wiederkehrende extreme Wetterlagen, dass diese Länder kaum Gelegenheit haben, sich nach Wetterkatastrophen zu erholen“, sagte Vera Künzel, eine der Autorinnen. Puerto Rico sei ein Beispiel für eine wachsende Zahl von Ländern, in denen etwa ein einziger Hurrikan so massive Schäden anrichte, dass Regionen viele Jahre für den Wiederaufbau benötigten. Arme Länder bräuchten nicht nur Hilfe bei der Anpassung an den Klimawandel, sondern auch für unvermeidbare Schäden und Verluste, so Künzel.

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