DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat sich gegen politische Aktionen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ausgesprochen. „Natürlich wird es das nicht mehr geben, dass unmittelbar von einem Spiel irgendwelche Aktionen gestartet werden“, sagte Völler auf einer Pressekonferenz mit Bundestrainer Julian Nagelsmann am Mittwoch. Auch ein klassisches Vorbereitungsmeeting zur geopolitischen Lage werde es im Vorfeld des Turniers nicht mehr geben – anders als noch vor vier Jahren in Katar.
Bereits bei den jüngsten beiden Freundschaftsspielen sei das Thema in begrenztem Umfang mit der Mannschaft besprochen worden, sagte Völler. „Bei uns gibt es keine Maulkörbe“, betonte der 66-Jährige. Wer sich äußern wolle, hätte dies im Vorfeld tun können. Bislang habe kein Spieler diese Möglichkeit wahrgenommen. Es „sollte jetzt auch normalerweise nicht mehr passieren“, stellte der Weltmeister von 1990 klar.
Vor allem die USA als Gastgeberland und die umstrittene Politik von Präsident Donald Trump machen auch die kommende WM zu einer in der Öffentlichkeit viel diskutierten.
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Konzentration auf den Sport – Boykott kein Thema
Es gebe viele Entwicklungen in der Welt, die ihm nicht gefielen, sagte Völler. „Ich hätte auch gerne lieber bisschen mehr Frieden.“ Lösen lasse sich dies bis zum Eröffnungsspiel jedoch nicht. Die Mannschaft sei in den USA, um eine Weltmeisterschaft zu spielen, und wolle die Menschen vor Ort und zu Hause begeistern. „Am Ende geht es dann auch nur um Fußball. Also, das sollte man schon trennen.“
Forderungen nach einem Turnierboykott erteilte Völler erneut eine Absage. Schon als junger Spieler habe er sich gegen den Boykott der Olympischen Spiele 1980 durch zahlreiche westliche Länder ausgesprochen. „Geschadet hat das nur den Teilnehmern, den Spielern, also den Athleten, und den Zuschauern“, sagte Völler. Gebracht habe der Boykott damals aus seiner Sicht nichts.
Vor dem ersten Gruppenspiel der WM 2022 in Katar gegen Japan hatten sich die deutschen Spieler beim Mannschaftsfoto demonstrativ die Hand vor den Mund gehalten. Sie protestierten damit gegen die Politik des Gastgeberlandes, nachdem der Weltverband Fifa der Mannschaft das Tragen einer Regenbogenbinde am Arm des damaligen Kapitäns Manuel Neuer untersagt hatte. Das Spiel ging mit 1:2 verloren, am Ende stand das Vorrunden-Aus.
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