Die Bahn verspricht: Die Mängel am Fernbahnhof werden behoben

Neu mit kleinen Macken

Matthias Kunert
3 Min

Seit fast vier Jahren rollen am neuen Bahnhof Spandau die Züge auf einer neuen Brücke über die Havel. Genauso lange warten die Spandauer auf den Fußweg, der mit dem Abriss der alten Brücke an dieser Stelle verschwunden ist. Schlimmer noch: An der nördlichen Brückenseite führt zwar ein Fußweg über den Fluss, aber er endet in etwa zehn Meter Höhe abrupt über dem Ostufer - ein Abgang zur Straße fehlt. Doch jetzt scheint es weiter zu gehen mit der Planung: "Noch in diesem Monat gehen von uns die Unterlagen zum Eisenbahnbundesamt", sagt Peter Debuschewitz, Bevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Berlin.Debuschewitz rechnet mit der Fertigstellung der unvollendeten Brücke im kommenden Jahr. Bisher konnte der Abgang nicht gebaut werden, weil die Deutsche Bahn sich nicht mit dem Grundstückseigner einigen konnte. Nun soll der Stahlgang an der Nordseite der Eisenbahnbrücke bis zum östlichen Widerlager an der Stresowstraße verlängert werden. Zu- und Abgänge sollen über Treppen und behindertengerechte Rampen im Bahndamm erfolgen.Schnelle Lösungen kündigt Debuschewitz auch für den Fernbahnhof selbst an. Voraussichtlich im Oktober sollen die noch fehlende Fußgängerbrücke vom S-Bahnsteig über die Klosterstraße und die Rolltreppe am westlichen Ende des S-Bahnsteigs übergeben werden. Die schweren Eingangstüren sollen durch gläserne Automatiktüren ersetzt werden. Der neue Fernbahnhof steht seit seiner Eröffnung im Dezember 1998 in der Kritik. Anwohner vor allem aus der Seegefelder Straße beschweren sich über die ständige Beschallung mit den Zugansagen. Doch die Bahn verweist auf die Einhaltung aller Grenzwerte. Behindertenvertreter monieren lange Umwege beim Umsteigen zwischen U-Bahn und S-Bahn, weil keine durchgängigen Aufzüge die Bahnsteige verbinden. Doch die konnten wegen der U-Bahngleise nicht durchgängig gebaut werden.Die ursprünglich veranschlagten 61 Millionen Euro Kosten wurden von der Deutschen Bahn während der zweieinhalbjährigen Bauzeit auf 53 Millionen Euro gekürzt. Dem Rotstift fiel unter anderem das gläserne Vordach zum Opfer. Das hat nicht nur optische Auswirkungen: Bei starkem Regen sind die Reisenden beim Betreten und Verlassen des Bahnhofs nicht nur dem Niederschlag sondern auch dem Wasser vom bogenförmigen Glasdach ausgesetzt. Doch für den Regenschutz an der Bushaltestelle vor dem Bahnhof oder für ein Dach für die Umsteiger zur U-Bahn fühlt sich die Bahn nicht mehr zuständig: "Das ist jetzt Sache des Bezirkes oder der BVG, unser Grundstück endet an der Fassadenkante", sagt Debuschewitz.1997 hielt erster EC // Bauzeit: Baubeginn war im März 1996. Der erste Eurocity-Zug hielt hier am 19. Mai 1997. Endgültig eröffnet wurde der Bahnhof am 18. Dezember 1998 mit dem S-Bahnprobebetrieb.Gebäude: Der Bahnhof ist 400 Meter lang und 60 Meter breit. Der Bahnhof hat drei Bahnsteige und sechs Gleise.Vorplatz: Für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes stellte das neben dem Bahnhof errichtete Einkaufszentrum "Spandau Arcaden" dem Bezirk 570 000 Euro bereit. Die Arbeiten sollen Mitte Juni mit dem Abriss der alten Kioske beginnen und 2003 beendet sein.BERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING 400 Meter lang und 60 Meter breit: der Fernbahnhof in der Nähe der Spandauer Altstadt.

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