Die Berliner American Academy stellt ihr Programm vor

Neues Stipendium für Vermittler

Amelie von Heydebreck
3 Min

Die Wissenschaft, die Künste und das öffentliche Leben durchdringen sich in einer Disziplin dem Journalismus. Dessen Rang als Vermittler wird immer noch verkannt..." So begründete kürzlich Henry Kissinger, ehemaliger US-Außenminister und Kuratoriumsvorsitzender der American Academy, warum die Academy einen neuen Schwerpunkt in ihrem Stipendienprogramm setzen will. Gemeinsam mit der Holzbrinck-Verlagsgruppe soll ein "Fellowship for Journalism" an amerikanische Publizisten vergeben werden. Das gab die Akademie am Dienstag in Berlin bekannt, ohne detaillierte Angaben zur Ausgestaltung des Stipendiums zu machen. Man befinde sich mitten im Auswahlverfahren, hieß es.So viel ist bekannt: Das Stipendium soll "wahrscheinlich an schreibende Journalisten" vergeben werden, so der Direktor der American Academy, Gary Smith. Ein bis zwei Stipendiaten pro Jahr oder pro Semester (je nach Vorstellung des Stipendiaten) soll es Smith zufolge geben, die ihren Aufenthalt zur Vertiefung ihrer jeweiligen Themengebiete nutzen könnten; die Journalisten bewerben sich mit einem konkreten Projekt für Berlin. Ausgewählt werden sie von einer amerikanischen Jury, zu der bekannte amerikanische Publizisten und unter anderen Künstler wie Robert Wilson gehören. Das "Fellowship for Journalism" ist laut Smith auf "mehrere Jahre" angelegt.Künstlerische ThemenDie American Academy, die 1998 gegründet wurde, ist ein von amerikanischen und deutschen Sponsoren getragenes so genanntes Center for Advanced Studies. Amerikanische Wissenschaftler, Künstler und Vertreter des öffentlichen Lebens erhalten als Fellows die Möglichkeit, an einem Projekt in Berlin zu arbeiten. Das neue Veranstaltungsprogramm der American Academy, in dem die Fellows Einblicke in ihren Arbeitsprozess oder ihr Werk gewähren, ist in diesem Semester sehr von künstlerischen Themen geprägt. Die Konzeptkünstlerin Jenny Holzer, die in Berlin mit ihrer Spruchbandinstallation im Reichstag präsent ist, ist in ihrem Metier wohl die berühmteste Stipendiatin. Sie wird im Mai im Hamburger Bahnhof über "Public Art" sprechen. Während ihres Berlin-Aufenthaltes will sie ihre Reichstags-Installation weiterentwickeln. Ein weiterer Höhepunkt dürfte ein Gespräch mit dem Harvard-Professor Charles Maier und dem deutschen Historiker Hans-Ulrich Wehler über historische Interpretationen des 20.Jahrhunderts sein. Neuer Fellow der Academy ist auch der Historiker Jeremy King.ACADEMY Vorträge in Frühling // Die "American Academy" hat ihren Sitz im Hans Arnold Center, Am Sandwerder 17-19, 14109 Berlin. Informationen über das ganze Veranstaltungsprogramm und Anmeldungen unter Tel. : 030-8 04 83-0, per Fax: 030-8 04 83-111 oder per E-mail: program@AmericanAcademy. de The Twentieth Century as History" heißt der erste Programmpunkt. Mit Charles S. Maier (Harvard) und Hans-Ulrich Wehler (Bielefeld). Am 11. Januar, 19 Uhr, in der Academy.Neue Fellows der American Academy im Frühjahr 2000 sind etwa der Dichter Henri Cole (Harvard), die Künsterin Sarah Morris (New York/London) und die Kuratorin Margarita Tupitsyn (Queens Museum New York). Sie werden vorgestellt am 26. Januar, 19 Uhr.

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