Lenny Kravitz eröffnet am Sonntag nach Pfingsten die Saison auf der Waldbühne. Carlos Santana wird dort spielen, auch Supertramp und Rod Stewart. Und mit dem Ensemble der Komischen Oper und den Philharmonikern ist auch die Klassik vertreten. Das Programm mit bisher neun Großkonzerten stellte Sabine Woeste vom Veranstalter "concert concept" am Dienstagabend etwa 20 Anwohnern der Waldbühne aus Ruhleben vor. Doch für die Anwohner waren nicht die Namen der Stars das Wichtigste, sondern die zu erwartende Lautstärke der Konzerte."Diese Informationsabende vor Saisonbeginn haben sich seit einigen Jahren gut bewährt", sagt Martina Herrmann von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die den Lärmschutz der großen Freiluftveranstaltungen in Berlin zu überwachen hat. "Wir können für die beiden großen Bühnen der Stadt, Waldbühne und Parkbühne Wuhlheide, pro Jahr je 18 Veranstaltungen mit besonderer Lautstärke genehmigen." Erlaubt sind dabei 95 Dezibel bis 22 Uhr und 90 Dezibel für die Zeit danach. Gemessen wird die Lautstärke bei jedem Konzert während des ganzen Abends. "Wenn die Werte überschritten werden, gibt es eine Verwarnung oder ein Ordnungswidrigkeitsverfahren", sagt Martina Herrmann. Das war im vorigen Jahr einmal so, als beim Konzert der Gruppe U 2 nach 22 Uhr noch 92,4 Dezibel festgestellt wurden. 18 laute Konzerte pro Saison sind nach der so genannten Berliner Freizeitlärmrichtlinie also möglich. Doch in der Parkbühne in der Wuhlheide sind bisher erst sieben geplant. Hier werden unter anderem Die Toten Hosen, die Prinzen und Modern Talking erwartet. Spezielle Informationen für Anwohner hält Angelika Lesnik von der Parkbühne GmbH für überflüssig: "Die nächsten Nachbarn wohnen ein paar Kilometer entfernt, da gibt es Lärmprobleme nur bei ganz besonderen Wetterverhältnissen."Für die Bühne an der Spandauer Zitadelle sind die Probleme der großen Freilichtbühnen kein Thema. "Wir haben zum Glück keine Anwohner in unmittelbarer Nähe", sagt Uli Funk vom Kunstamt des Bezirks. Deshalb gibt es in Spandau auch keine Obergrenze für die Zahl der Veranstaltungen - in einem Jahr finden 50 bis 60 Konzerte statt. Am 24. April eröffnet die Mystic-Rock-Gruppe "Adaro" die Saison.Lärmschutz // Richtlinien: Der erlaubte Lärm wird im Bundesimissionsschutzgesetz und unter anderem in der Berliner Freizeitlärmrichtlinie geregelt. Auch die Musiker bei Open-Air-Konzerten müssen sich danach richten.Limit: Für die Waldbühne in Charlottenburg und die Parkbühne in der Wuhlheide genehmigt der Senat pro Jahr bis zu 18 besonders laute Veranstaltungen. Für kleinere Freilichtbühnen sind die Bezirke zuständig.Grenzwerte: An den großen Bühnen wird die Lautstärke zu jeder Veranstaltung vor Ort gemessen. Die erlaubten Werte sind so berechnet, dass der Lärm bei den Anwohnern mit höchstens70 Dezibel ankommt.
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