Knapp drei Wochen vor den geplanten Neuwahlen laden zwei Minister der Grünen in dieser Woche zum symbolischen ersten Spatenstich für zwei neue Ministeriumsbauten ein. Umweltminister Jürgen Trittin startet heute den Bau für seinen neuen Berliner Dienstsitz an der Stresemannstraße am Potsdamer Platz, Verbraucherschutzministerin Renate Künast folgt am Mittwoch mit dem ersten Spatenstich für einen Erweiterungsbau ihres Ressorts an der Wilhelmstraße. Mit den bevorstehenden Wahlen hat das nichts zu tun, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. "Es ist schon eine Weile geplant."Der neue Dienstsitz des Umweltministeriums entsteht im denkmalgeschützten früheren Preußischen Landwirtschaftsministerium an der Stresemannstraße 128. Daneben wird ein fünfstöckiger Neubau errichtet. Das Besondere an diesem Haus wird sein, dass es die dort erhaltenen 15 Segmente der früheren Hinterlandmauer mit einbezieht. Sie sollen künftig im Erdgeschoss des Hauses im zentralen Informations- und Ausstellungsraum stehen. Dort sind sie für jedermann zugänglich, können aber auch von außen vom Bürgersteig aus durch große Fenster betrachtet werden. Die lichtdurchflutete Halle, die das Mauerstück umgibt, bildet zugleich das Foyer das Ministeriums. Während der Bauarbeiten werden die Betonsegmente, die eine Länge von 18 Metern haben, abgebaut und zwischengelagert. Nach Fertigstellung des Neubaues werden sie am Originalstandort wieder aufgebaut.Im Jahr 2008 soll der Altbau saniert und der Neubau fertig gestellt sein. Dann ziehen die Beschäftigten des Umweltministeriums von ihrem jetzigen Dienstsitz am Alexanderplatz an den Potsdamer Platz. Jeder vierte der 814 Beschäftigten des Umweltministeriums arbeitet derzeit in Berlin, die übrigen weiter in Bonn. Am neuen Dienstsitz wird Platz für 305 Arbeitsplätze sein - unter anderem für Pendler aus Bonn. Die Kosten belaufen sich auf 45 Millionen Euro.Bunker wird abgerissenDas 1913 bis 1916 errichtete ehemalige Landwirtschaftsministerium steht seit 1995 unter Denkmalschutz. Ein Luftschutzbunker, der Ende der 30er-Jahre errichtet worden war, wird abgetragen. Wegen seiner direkten Lage an der früheren Grenze war zu Zeiten der Teilung das Erdgeschoss zur Stresemannstraße zugemauert. Das Gebäude selbst war Teil der Grenze.Beim Bau des Umweltministeriums sollen besonders umweltfreundliche Baustoffe zum Einsatz kommen: Lehmbauwände werden für ein gutes Raumklima sorgen. Außerdem soll eine Photovoltaikanlage Sonnenenergie nutzen und eine Wärmepumpe und Brennstoffzellen sollen bei der Energieversorgung eingesetzt werden.Verbraucherschutzministerin Künast setzt am Mittwoch den ersten Spatenstich für einen Erweiterungsbau ihres Ministeriums an der Wilhelmstraße/Ecke Französische Straße. Er soll bis Oktober 2008 fertig gestellt werden und Platz bieten für 156 Mitarbeiter. Im jetzigen Gebäude an der Wilhelmstraße 54, das zu klein geworden war, werden künftig 80 Mitarbeiter sitzen. Weitere 60 Beschäftigte werden in dem Gebäude der früheren Hanns Eisler Musikhochschule an der Wilhelmstraße 53 untergebracht, die bis März 2008 saniert wird. Die Kosten für Neu- und Altbau belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro.
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