Karl-Heinz Müller macht es mal wieder spannend. Der Chef der Modemesse Bread and Butter bestätigte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Barcelona, dass seine Messe nach acht Veranstaltungen die katalanische Stadt verlassen werde. Der Standortwechsel gehöre zur Philosophie der Streetfashion-Schau, sagte er. Die Zeit in Barcelona sei wunderbar gewesen. "In Berlin waren wir stark, aber in Barcelona sind wir zur führenden Messe in diesem Bereich geworden", so Müller. Nur dass er wieder nach Berlin ziehen werde, das wollte er noch nicht bestätigen. Er sagte lediglich: "Wir prüfen verschiedene Optionen - und eine davon ist Tempelhof."Dabei deutet alles darauf hin, dass die Modemesse nach Berlin zurückkehrt. Die Bread and Butter, die 2003 das erste Mal in Berlin stattfand, ab 2005 dann sowohl in der deutschen Hauptstadt als auch in Barcelona abgehalten wurde und Berlin 2006 den Rücken kehrte, verschickte bereits Einladungen für eine Veranstaltung im Flughafen Tempelhof namens "The Future". Sie soll am kommenden Mittwoch stattfinden - parallel zur Hugo-Boss-Show im Großen Tropenhaus. Mit der wird die vierte Berliner Fashion Week eröffnet, die ihr Laufstegzelt am Bebelplatz aufschlägt. Mehrere spanische Zeitungen hatten in dieser Woche darüber berichtet, dass die Messe Barcelona verlassen und nach Berlin zurückkehren werde. Es war auch die Rede davon, Berlin habe Istanbul und Moskau ausgestochen. Der Senat will sich erst nächste Woche äußern, aber die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat sich in der spanischen Zeitung El Pais bereits verplappert. "Wir freuen uns, dass die Messe nach Berlin zurückkehrt" wird sie zitiert. Kein Wunder, die Leistungsschau der Streetwear-Branche, die im Sommer 2008 in Barcelona rund 90 000 Besucher anzog, bringt jede Menge Geld in die Stadt: 100 Millionen Euro, laut der Messe Barcelona.Eigentlich hat die Bread and Butter Berlin nie ganz verlassen. Ihren Sitz in der Münzstraße hat sie auch nach dem Umzug behalten, im Januar 2007 fand noch mal ein Mode-Event im alten Kraftwerk in der Köpenicker Straße statt. Und im Juli hat Karl-Heinz Müller in der Alten Schönhauser Straße das Modegeschäft 14oz eröffnet. Inzwischen hat er auch eine Wohnung darüber gemietet, in der er während der Modewoche eine Off-Show mit elf ausgewählten Marken veranstalten will.Müllers Rückkehr löst in der Modeszene allerdings nicht nur reine Freude aus. Designer Michael Michalsky sagt, die Messe passe gut nach Berlin, der Flughafen Tempelhof sei ideal dafür und wenn die Bread and Butter auch noch hier stattfinde, "warum sollen dann noch Leute in Düsseldorf ausstellen?" Allerdings erwarte er ein langfristiges Engagement. Anita Tillmann, Chefin der Messe Premium, sagt, jede weitere Modeveranstaltung sei gut für Berlin, sie ist aber ebenfalls skeptisch, ob Müller dieses Mal länger in der Stadt bleibt.Der Bread-and-Butter-Chef hat immer sein eigenes Ding gemacht und nicht mit den anderen Akteuren an einem Strang gezogen. Dass er seine Veranstaltung parallel zur Eröffnungsshow der Fashion Week gelegt hat, ist bezeichnend. Er äußerte sich jüngst auch negativ über die Berliner Modewoche. Mit wenig Liebe zum Detail sei die gemacht, so Müller. Über solche Kommentare ärgern sich viele, die hier nach dem Weggang der Bread and Butter die Scherben zusammengekehrt und etwas Neues aufgebaut haben. "Wir brauchen hier ein konstruktives Miteinander", sagt Anita Tillmann. Und ob Karl-Heinz Müller dazu bereit sei, wisse sie nicht.------------------------------Foto: Bis Freitag waren die Puppen noch bei der Bread and Butter in Barcelona aufgebaut. Im Juli könnten sie im Flughafen Tempelhof ein neues Zuhause finden.Foto: Karl-Heinz Müller sagt Barcelona Adios.
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