Die Eltern wohnen jetzt bei der Tochter zur Miete

Mathias Raabe
3 Min

Letztes Jahr im Dezember hatten Elvi und Hans-Jürgen Bruhn ein Musterhaus in Biesdorf-Süd besichtigt. Fast auf den Tag genau ein Jahr später standen die Bruhns am Mittwoch zusammen mit Tochter Birgit, Schwiegersohn Bernd und zwei Enkelkindern wieder vor einem Haus des Investors VEBA in der Schillerfalterstraße des Entwicklungsgebietes. Die Bruhns sind die ersten, die in die neue Reihenhaussiedlung in der Nähe des U-Bahnhofes Elsterwerdaer Platz ziehen. Ein "Weihnachtsengel" der Immobiliengesellschaft überreichte den Schlüssel an die Tochter des Ehepaares. Sie hat zusammen mit ihrem Mann das Haus für ihre Eltern gekauft.VEBA-Vertriebsleiter Jochen Magerfleisch ist zufrieden. In nur drei Monaten waren alle Häuser in der Siedlung verkauft. Die Nachfrage war sogar so groß, daß unter den Bewerbern Anfang diesen Jahres im Marzahner Rathaus ein Losverfahren durchgeführt werden mußte. Zu denjenigen, die damals den Zuschlag erhielten, gehörte auch die Familie Schindler/Bruhn.Im April sind die Gärten fertigDie Biesdorfer Niedrigenergie-Häuser kosteten je nach Größe, mit oder ohne Keller, zwischen 298 000 und 398 000 Mark. "Spätestens im April werden auch die Gärten vor und hinter den Häusern fertig sein", versichert der Vertriebsleiter."Jetzt gelten wir als Investoren und können Sonderabschreibungen und Eigenheimzulagen nutzen", sagt die Tochter Birgit Schindler. Bei Kredit-Gesprächen mit Banken habe sich diese Variante als die günstigste erwiesen, so Birgit Schindler. Sie hätten sowieso eine eine Kreditbürgschaft für ihre Eltern übernehmen müssen. Nun zahlen die Eltern für das Haus eben Miete. Birgit Schindler findet, der Preis 330 000 Mark für das 115-Quadratmeter-Haus sei moderat, ihre 58jährige Mutter ist begeistert, daß sie jetzt doppelt soviel Platz hat. 36 Jahre wohnten die Bruhns in einer 55-Quadratmeter-Genossenschaftswohnung in Karlshorst zur Miete, im dritten Stock und ohne Balkon. "Jetzt wollen wir das Alter genießen", sagt Elvi Bruhn. Wichtig war für das Ehepaar auch, daß "ihr" Haus nicht zu weit vom alten Wohnort entfernt liegt. "Unser Freundeskreis bliebt uns so erhalten", sagt Elvi Bruhn. Bis nach Kalshorst seien es ja nur fünf Kilometer.Für Hartmut Rakow, Projektleiter von der BauGrund AG, die das Gelände an der Köpenicker Straße erschließt, ist die große Nachfrage nach den VEBA-Häusern der Beweis, das sich "die Abwanderung der Berliner ins Umland aufhalten läßt". In Biesdorf-Süd soll deshalb in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil für etwa 11 000 Menschen entstehen. Auf dem 142 Hektar großen früheren Kasernengelände werden vier Millarden Mark verbaut.Vor den Bruhns liegen jetzt weniger besinnliche als stressige Tage. Die neue Wohnung muß tapeziert werden, am 28. Dezember wird umgezogen. "Silvester feiern wir dann alle zusammen in Biesdorf", sagt Schwiegersohn Bern.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner