Die bisher weitgehend unbekannte Sammlung moderner Kunst von Friedrich Christian Flick kann in Berlin nicht schon im Frühjahr, sondern erst im September 2004 gezeigt werden. Der Umbau und die Einrichtung der für ihre Präsentation vorgesehenen Lagerhalle neben dem Hamburger Bahnhof dauert länger als geplant. Außerdem wünscht Flick nach Informationen der Berliner Zeitung eine Verbindung zwischen den beiden Gebäuden. In dieser Woche will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der die Dauerleihgabe anvertraut wurde, darüber entscheiden, ob für die Besucher ein Tunnel oder eine Brücke gebaut wird.Noch in den neunziger Jahren war eine Westgalerie für das Museum im Hamburger Bahnhof geplant. Sie hätte die Verbindung unnötig gemacht. Doch auch für die Sammlung Flick wurde der Bau dieses Flügels nicht in Betracht gezogen, sondern nur der Ausbau der Lagerhalle. Weil zwischen den Gebäuden eine Straße mit Lastwagenverkehr verläuft, müsste eine Brücke aber höher sein als die Halle mit der Flick-Sammlung. Auch ein Tunnelbau stößt auf erhebliche Probleme - bei Grabungen kamen unerwartet viele Rohre und Leitungen zum Vorschein, die verlegt werden müssten. Das Denkmalamt allerdings hat den Tunnelanschluss an das einstige Bahnhofsgebäude bereits genehmigt. Wie teuer das Bauprojekt wird, ist unklar. Befürchtungen, sie überträfen die Kosten für den Ausbau der Halle, konnten bisher nicht bestätigt werden. Flick hatte sich verpflichtet, die Halle auf eigene Kosten herzurichten. Ob er auch den Bau des Ganges übernimmt oder ob ihn Bund und Land Berlin finanzieren müssen, ist noch nicht bekannt.Die Dauerleihgabe war im vergangenen Jahr heftig umstritten, denn der Name Flick ist verbunden mit der Ausbeutung von Zwangsarbeitern während des Nationalsozialismus. Deswegen hatte die Stadt Zürich die ihr zuerst angetragene Leihgabe abgelehnt. (nb.)
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