Baltikum

„Die EU beginnt in Narva“: An der estnisch-russischen Grenze entscheidet sich Europas Zukunft

An der Nato-Ostflanke belagern sich die Kontrahenten in mittelalterlichen Ritterburgen. 200 Kilometer westlich liegt das digitale Versuchslabor der EU. Eine Reportage der Widersprüche.

13 Min
Belagerungszustand: Links die estnische Hermannsfeste in Narva, rechts die russische Burg Iwangorod

Belagerungszustand: Links die estnische Hermannsfeste in Narva, rechts die russische Burg Iwangorod

© Hochstätter/BLZ

Es ist Freitag zur Mittagszeit. Ein heißer Juni-Tag. Arslan steht mit den anderen in der stechenden Sonne. Trotz der Hitze trägt er einen grell orangefarbenen Hoodie. Gut 200 Leute warten hier in vor dem Check-Point in Narva auf die Grenzkontrolle. Sie wollen von Estland nach Russland rüber. Zu Fuß über die Brücke. Autos dürfen dort seit zwei Jahren nicht mehr fahren, weil die russische Seite die Grenzstation ausbaut. Arslan ist Student, erzählt er, kommt aus Russland und hat Freunde im estnischen Narva besucht. Jetzt geht es wieder zurück. Aber das dauert.

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