Nachdem der Bus in Klaipeda auf die Fähre gerollt ist, sind es keine zehn Minuten auf die Kurische Nehrung, die das Haff von der Ostsee trennt. Von diesem knapp 100 Kilometer langen und unwahrscheinlich schmalen Dünenstreifen gehört eine gute Hälfte zu Litauen, die andere zu Russland. „Ostpreußische Sahara“ taufte ein Berliner Journalist diesen Landstrich im 19. Jahrhundert spöttisch, scherzhaft, auch zutreffend.
Den Wald hatte man gerodet, übrig blieben der Sand, die Dünen. Seit 1871 war die Nehrung Teil des Deutschen Reiches. Heute zahlen in der Hauptsaison Autofahrer 50 Euro für die Einfahrt in den Nationalpark, der den gesamten litauischen Teil umfasst und Weltkulturerbe ist.
Litauen
Die Deutschen kamen und weinten – und sie brachten die Geschichte mit
Auf der Kurischen Nehrung haben Historikerinnen eine ausgelöschte Geschichte rekonstruiert. Seit 2022 ist die Straße nach Kaliningrad gesperrt.
13 Min
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Vitalija Jonusiene vor dem Thomas-Mann-Haus in Nida, Litauen
© Edita Anglickaitė-Beržinskienė
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