Gastbeitrag

Die Freiheit verteidigt sich nicht von selbst: Ein Plädoyer für die Wehrpflicht

Die Wehrpflicht greift tief in die Lebensplanung ein. Doch Demokratie und Rechtsstaat zu schützen, verlangt mehr als Zustimmung. Eine starke Reserve ist unverzichtbar.

Jan Nolte
7 Min
Derzeit verfügt die Bundeswehr über rund 60.000 beorderte Reservisten, bis 2033 soll die Zahl auf mindestens 200.000 steigen.

Derzeit verfügt die Bundeswehr über rund 60.000 beorderte Reservisten, bis 2033 soll die Zahl auf mindestens 200.000 steigen.

© Mike Schmidt/imago

Ich gehe davon aus, dass die meisten Deutschen die Frage, ob Deutschland verteidigungsfähig sein muss, mit einem „Ja“ beantworten würden. Auch wer eine Wehrpflicht aus unterschiedlichen Gründen ablehnt, hat meist Verständnis dafür, dass ein Teil unseres Steuergelds für Streitkräfte aufgewendet wird.

Ich gehöre nicht zu denen, welche die Notwendigkeit militärischer Stärke mit einem kurz bevorstehenden russischen Angriff auf die Nato begründen. Wie US-General Alexus G. Grynkewich, der oberste militärische Befehlshaber der Allied Command Operations der Nato, halte ich das für unwahrscheinlich, auch wenn hybride Maßnahmen Russlands zunehmen könnten. Dass wir relativ wenig Sorge vor einem konventionellen Angriff haben müssen, ist aber kein Argument gegen, sondern für fähige Streitkräfte. Deren Wirkung liegt gerade in der glaubhaften Abschreckung.

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