Die Galopprennbahn Hoppegarten startet in eine sportlich reduzierte Saison - doch nun soll modernisiert werden

Sparen und träumen

Klaus Weise
2 Min

HOPPEGARTEN, 13. Mai. Die Turf-Saison 2005 beginnt am Pfingstsonntag in Hoppegarten ohne den Präsidenten des rennbahnbetreibenden Union-Klubs. Frontmann Peter Boenisch (78) trat aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurück. Als Zeichen aber soll dieser Schritt ausdrücklich nicht verstanden werden. Nach dem Tod seiner jungen Frau Julia im Vorjahr will sich der ehemalige Regierungssprecher von Helmut Kohl intensiv um seine beiden kleinen Töchter kümmern. Mit seinen Verbindungen und seiner Entschlusskraft hatte er die seit der Wende auf Negativschlagzeilen abonnierte Anlage aus den selbigen gebracht und konnte nun resümieren: "Hoppegarten ist auf dem richtigen Weg."Ob dem wirklich so ist, muss sich noch erweisen. Der Auftakt (erster Start 14 Uhr) mit neun Rennen, unter denen der Sprint-Cup als Hauptereignis mit gerade einmal 20 000 Euro dotiert ist, verspricht ebenso wenig ein rauschendes Galopper-Fest wie die ganze Saison. Nur zehn Renntage sind für eine Bahn mit dem Charisma, der Geschichte und dem Anspruch des 137-jährigen Turfprunkstücks im Grünen vor den Toren der Hauptstadt eigentlich ein Armutszeugnis.Das weiß auch Union-Klub-Generalsekretär Hauke Wilkens, der vor zwei Jahren als Chefsanierer aus England geholt wurde. Der Mann schwankt seitdem zwischen Realismus und Optimismus, zwischen Sparen und Träumen. Den knappen Finanzen sind inzwischen mehrere Top-Ereignisse zum Opfer gefallen- drei der vier klassischen Zuchtrennen der Dreijährigen, fehlen inzwischen im Terminkalender. "Solange die Bahn nicht rentabel ist, müssen wir sparen", begründet Wilkens.Damit Rentabilität möglich wird, soll aber zuvor kräftig Geld ausgegeben werden. Die Haupttribüne, derzeit auf dem Stand von 1922, soll umgebaut werden, zu einem Fünf-Sterne-Plus-Standard des Hotelgewerbes. Die Modernisierung soll laut Wilkens mit sieben Millionen Euro kostengünstig sein. Bleibt noch die Finanzierung. Über die seien sich zwar Treuhand-Nachfolger BVGG, die Gemeinden Hoppegarten und Neuenhagen, das Land Brandenburg sowie der Bund im Rahmen eines Stiftungsmodells einig, aber noch fehlten zwei Bestätigungen durch die Finanzministerien Brandenburgs und des Bundes."Der verschleppte Ablauf gefährdet den Erfolg unserer Modernisierung, weil er aus Sicht der Sponsoren anhaltende Unsicherheit bedeutet", orakelt Wilkens. Dennoch träumt er unverdrossen: "Ich gehe davon aus, dass wir im Frühsommer 2006 die neue Tribüne eröffnen."------------------------------"Wir investieren in die Zukunft." Hauke Wilkens

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