Es gibt nicht viele Überlegungen aus dem Bundesfinanzministerium, die bei Landespolitikern spontane Zustimmung hervorrufen. Die Idee, die Kraftfahrzeugsteuer abzuschaffen und stattdessen in einer höheren Mineralölsteuer aufgehen zu lassen, ist eine dieser Ausnahmen. Die gerne nörgelnden Ministerpräsidenten, die die Kfz-Steuer kassieren, signalisieren Gesprächsbereitschaft - eine adäquate Entschädigung vorausgesetzt. Tatsächlich ist es sinnvoll, Autos nach dem Verbrauch zu besteuern. Auch mangelt es diesem Land nicht an Bürokratie, sodass eine Steuer weniger zunächst einmal immer eine gute Nachricht ist. Dennoch wäre es ein Fehler, ausgerechnet die Kfz-Steuer abzuschaffen.Wenige Abgaben werden dem Sinn des Wortes "Steuern" so gerecht wie die Kraftfahrzeugsteuer. Über sie lässt sich eben nicht nur der Spritverbrauch lenken, sondern auch nach einzelnen Schadstoffen unterscheiden. So können die Autokonzerne zum Bau moderner Motoren animiert werden. Dass sie das nicht immer von alleine tun, zeigt das Beispiel der Partikelfilter. Deutsche Forscher hatten die Technik gegen die Kebs erregenden Dieselruß-Teilchen zwar früh entwickelt, die Konzernbosse allerdings bremsten solange bis die französische Konkurrenz vorbeizog.Geht es nach Trittin, sollen die Käufer von Autos mit Partikelfilter entlastet und die deutschen Hersteller ordentlich auf Trab gebracht werden. Das Druckmittel Kfz-Steuer in dieser Phase freiwillig preis zu geben, wäre höchst fahrlässig.
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