Krieg

Explosion in Litauen: Drohne aus der Ukraine löst Sicherheitsdebatte aus

Eine Militärdrohne aus der Ukraine verirrt sich ins Baltikum und schlägt auf einen zugefrorenem See ein. Litauen sieht ein Sicherheitsproblem in der gesamten Region.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min
Litauens Ministerpräsidentin Inga Ruginiene bestätigte, dass es sich um eine verirrte ukrainische Drohne gehandelt habe.

Litauens Ministerpräsidentin Inga Ruginiene bestätigte, dass es sich um eine verirrte ukrainische Drohne gehandelt habe.

© John Thys/AFP

Eine in Litauen abgestürzte Drohne stammt nach Regierungsangaben aus der Ukraine und war ursprünglich auf ein russisches Ziel gerichtet. Ministerpräsidentin Inga Ruginiene erklärte am Dienstag nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates, es habe sich eindeutig um eine verirrte Drohne gehandelt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Das Flugobjekt war in der Nacht zu Montag im Bezirk Varena, rund 20 Kilometer von der belarussischen Grenze entfernt, in den litauischen Luftraum eingedrungen und auf einem zugefrorenen See aufgeschlagen. Verletzt wurde niemand. Überwachungsaufnahmen, die der litauische Rundfunk veröffentlichte, zeigen eine Explosion und brennende Trümmer.

Verteidigungsminister Robertas Kaunas erklärte, die Drohne habe nach ersten Erkenntnissen zu einem Schwarm gehört, der den russischen Hafen Primorsk im Nordwesten Russlands angreifen sollte. Höchstwahrscheinlich sei sie durch russische elektronische Gegenmaßnahmen vom Kurs abgebracht worden. Weil sie in geringer Höhe flog, wurde sie weder von belarussischen noch von litauischen Radargeräten erfasst.

Litauen drängt auf bessere Drohnenerkennung

Ruginiene ordnete den Vorfall laut Reuters in einen größeren sicherheitspolitischen Zusammenhang ein: „Dies ist kein lokaler Vorfall, sondern Teil eines umfassenderen Sicherheitsbildes. Die russische Aggression gegen die Ukraine schafft zusätzliche Risiken für die gesamte Region.“ Beide Regierungsmitglieder betonten laut der Deutschen Presse-Agentur, dass Litauen zusätzliche Radargeräte zur Erkennung tieffliegender Drohnen bestellt habe.

Das baltische EU- und Nato-Mitglied hatte bereits im vergangenen Jahr bei der Nato mehr Luftverteidigung angefordert, nachdem im Juli 2025 zweimal Militärdrohnen aus Belarus auf litauischem Gebiet gelandet waren, wie Reuters berichtet. Der litauische Geheimdienst stufte beide Vorfälle als versehentlich ein.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Solche Zwischenfälle betreffen auch andere Nachbarstaaten: Wiederholt gelangten fehlgeleitete Drohnen über Belarus in den Luftraum von Polen, Lettland, Rumänien und Moldau. Im seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine greift Kiew regelmäßig russische Ziele mit Drohnenschwärmen an – die elektronische Abwehr Moskaus lenkt die Fluggeräte dabei zunehmend in Richtung unbeteiligter Staaten.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner