In einem Text mit dem Titel „Woher kommt die Kriegsbegeisterung westlicher Intellektueller“, den ich am 10. Oktober 2022 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte, schrieb ich anlässlich des Ukraine-Krieges über die von mir mit Schrecken festgestellte Kriegsbegeisterung vieler Intellektueller, auch in meinem nahen Umfeld. Mit Kriegsbegeisterung meinte ich nicht die Solidarität mit einem angegriffenen Land und seinen Menschen, sondern die sich rasch einstellende Begeisterung für Waffen, Panzer und Kriegsverläufe so wie für den viel besungenen Heldenmut Selenskyjs und seiner Kämpfer. „Selenskyj – plötzlich ein Held“, lobte damals der MDR den ukrainischen Anführer – und war mit dieser Aussage beileibe nicht allein.
Essay
Die Intellektuellen und ihre Kriegsbegeisterung: Nur die Realität kann uns retten
Unsere Autorin fragt, wie man einerseits Empfindsamkeit zum höchsten Gut erheben kann und andererseits kein Problem damit hat, dass Ukrainer und Russen 1000 Kilometer von hier ihr Leben lassen.
8 Min
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Gedenkort für getötete ukrainische Soldaten auf dem Maidan in Kiew.
© Danylo Antoniuk/imago
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