Es wäre anmaßend und übergriffig zu behaupten, man könnte bei einer Schauspielerin durch ihre Figuren in die Tiefen ihrer Seele blicken. Aber dennoch gehört diese Neugier auf die authentischen Abgründe, Freuden und Sehnsüchte eines Mitmenschen zum Wesenskern der darstellenden Kunst. Verwandlung, ja, toll, aber das eigentliche Wunder ist die Beglaubigung und Bewahrheitung des Spiels durch Zeugenschaft und Lebenskenntnis.
Swetlana Schönfeld war Irina, die jüngste der „Drei Schwestern“ in Thomas Langhoffs legendärem Doppelschlag am Maxim-Gorki-Theater. Im Jahr 1978 inszenierte er dort Tschechows Klassiker der zarten Stagnation, der Sehnsucht nach dem Eigentlichen und des Verpassens von Liebe. Die Inszenierung mit Ursula Werner als Mascha und Monika Lennartz als Olga wurde für das Fernsehen aufgezeichnet in einem Land, das sich von diesem Stück in seiner Stimmung eingefangen fühlte.
Nachruf
Die jüngste der „Drei Schwestern“: Die Schauspielerin Swetlana Schönfeld ist gestorben
Sie wurde im sibirischen Lager geboren und kam am Maxim-Gorki-Theater dem Untergang der DDR eine Sekunde zuvor. Ein Nachruf auf die Schauspielerin Swetlana Schönfeld.
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Swetlana Schönfeld (1951–2026)
© imago
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