„Mein Leben hier ist wie Knast, nur umgekehrt, ich bin gefangen mit den ganzen Lappen und die harten coolen Typen sind alle draußen“: Der Protagonist in Hendrik Bolz’ „Aus Ruinen“ fühlt sich Ende der 2000er-Jahre merklich unwohl zwischen all den Lifestyle-Linken mit „Atomkraft-Nein-Danke“-Badges und „Gegen Nazis“-Hoodies auf dem Campus der Freien Universität Berlin.
Als Jugendlicher in Vorpommern, dessen Erfahrungen Bolz in seinem Debütroman „Nullerjahre“ beschrieben hat, wollte er nie ein „schwuler Student“ sein, sondern sich (seinem Idol Bushido gleich) des Respekts der Straßen sicher sein. Jetzt ist er es irgendwie doch geworden, studiert Mathe und Ethik auf Lehramt und fühlt sich einzig der sympathischen Mensafrau mit Berliner Schnauze verbunden, die ihm extra viel Pommes zu seiner Currywurst spendiert und fragt: „Wat kiekst’n so traurig?“
Roman
Die Kluft zwischen Plattenbau und Lifestyle-Linken: Hendrik Bolz mit „Aus Ruinen“
„Aus Ruinen“ von Hendrik Bolz (Zugezogen Maskulin) ist das Zeugnis eines komplizierten Milieuwechsels von Vorpommern an die Berliner FU. Die Kritik.
6 Min
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Der Rapper und Schriftsteller Hendrik Bolz (Archivfoto) hat gerade sein zweites Buch veröffentlicht: „Aus Ruinen“ arbeitet sich an seinem Leben zwischen Vorpommern und Berlin ab.
© Ina Schoenenburg / Agentur Ostkreuz
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