Ist also wieder alles paletti bei der BVG? Nein! Untersuchungen zeigen, dass sich die Rückkehr zum öffentlichen Verkehr nicht gleich auf alle Gesellschaftsschichten verteilt. Die Wahrscheinlichkeit ist geringer, wenn jemand viel Geld verdient, in einem Beruf arbeitet, in dem Homeoffice möglich ist, sowie über ein Auto verfügt. So besteht die Gefahr, dass Bahnen und Busse mehr noch als früher als Arme-Menschen-Verkehrsmittel gelten und im Blickwinkel der Stadtgesellschaft an den Rand rücken. Der Zustand skandalöser Vernachlässigung, in dem sich U-Bahnen und U-Bahnhöfe in Berlin präsentieren, trägt dazu leider bei. Dauerbaustellen und Schmutz locken niemanden zurück.
Mit der BVG schneller durch die Außenbezirke
Hinzu kommt, dass Politik und Planer die Zeit, ihre Aufgaben zu erledigen, nicht genutzt haben. Der Ausbau des Busspurennetzes stockt. Neue Zahlen zeigen, dass die Berliner Straßenbahn sogar langsamer geworden ist – was für deren Nutzer vertane Lebenszeit bedeutet.
Coronakrise in Berlin: Der BVG fehlen fast 230 Millionen Euro in der Kasse
Immerhin: Anfang 2022 startet das Flexticket, das auf Berufstätige im Homeoffice zugeschnitten ist. Doch der angekündigte Test eines neuen Ticketangebots, bei dem der jeweils günstigste Preis berechnet wird, wurde verschoben. Nun kündigt die BVG mehr Expressbusverbindungen in den Außenbezirken an – ebenfalls reichlich spät.
Der Berliner Nahverkehr hat es noch lange nicht aus dem Corona-Tal herausgeschafft. Die Verantwortlichen müssen sich mehr als bisher bewegen, damit das bald klappt.
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