Im Januar hat Anette Fröhlich noch einen Anwalt eingeschaltet, als ihr Name in Zeitungen erschien und ihr Foto. Identifizierende Veröffentlichungen seien zu unterlassen, ließ sie auf diese Weise mitteilen. Damals war gerade bekannt geworden, dass die Mitarbeiterin des CDU-Abgeordneten Laurenz Meyer seit ein paar Jahren mit Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer liiert war und ein Kind von ihm erwartete. Seehofers Gegner in der CSU freuten sich - ein verheirateter CSU-Politiker mit schwangerer Geliebter, so dachten sie, kann in der Partei keine Ansprüche mehr auf Posten erheben. Weil Edmund Stoiber gerade das Feld geräumt hatte, gab es zwei der höchsten Ämter zu verteilen. Seehofer aber dachte nicht daran, sich zu bescheiden. Er wollte weiter Parteichef werden. Gleichzeitig ließ er sich Zeit mit der Entscheidung zwischen Freundin und Frau. So wurde Anette Fröhlich und ihre Schwangerschaft zum Politikum, mehr als sie es sonst gewesen wäre, wenn Seehofer nur verheirateter Minister, Politiker einer auf Ehe, Familie, Tradition schwörenden Partei gewesen wäre.Jetzt hat Anette Fröhlich das Identifizierungsverbot aufgehoben. Zumindest kurzzeitig und auch nur für die Illustrierte Bunte. Dort posierte die 33-jährige Juristin und ihre Tochter für Fotoaufnahmen, herausgekommen ist dabei seitenweise rosa Babyglück. Sie hat dazu ein Interview gegeben, in dem sie von der "innigen Beziehung" zu Seehofer spricht und davon, dass der Minister dem Kind den ersten Vornamen gegeben und den Haaransatz vererbt habe. Im Interview gibt sich Fröhlich gelassen. Der Ärger über Seehofer sei verklungen, sie fühle sich nicht als Verliererin, da sie "das größte Glück der Welt in den Armen" halte.Wochenlang hatte bis dahin Fröhlichs Vater, ein ehemaliger CSU-Bürgermeister, Seehofer der Treulosigkeit geziehen. Und auch einige Antworten seiner Tochter kann man als Tatsachenschilderungen, aber auch als Spitzen gegen den Minister begreifen, etwa wenn sie erzählt, dass sie als Letzte davon erfahren habe, dass sich der Minister für seine Frau entschieden hat. Und dass er sich um sie und das Baby "in seiner Art" kümmere: "Er schickt SMS."Man kann nur spekulieren, was der Antrieb war für diese Öffentlichkeitsoffensive. Fröhlich selbst sagt, es handele sich um den Versuch, die Fotografen loszuwerden, die sie zuletzt ständig belagert hätten. Vielleicht war es auch ein lockendes finanzielles Angebot der Illustrierten, die Verletztheit der Verlassenen, die jüngsten Fotos von Seehofer mit seiner Ehefrau auf einem Tennisplatz. oder ein bisschen etwas von allem.Seehofer, der im Rennen um den CSU-Parteivorsitz weit hinter seinem Konkurrenten Erwin Huber liegt, kann sich damit trösten, dass das Interview nicht direkt vor dem Parteitag Ende September erschienen ist, sondern dass bis dahin noch etwas Zeit vergeht. Allerdings hat Frau Fröhlich schon angekündigt, dass sie sich vorstellen könne, zum Parteitag zu reisen. Die Aufmerksamkeit der Fotografen wäre ihr dann sicher.------------------------------Foto: Anette Fröhlich spricht über ihre Liebe zu Horst Seehofer.
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