Polen ist nicht weit. Manche meinen sogar, es sei längst hier und nennen Berlin die westlichste Stadt Polens. Ein Teil des hauptstädtischen Grund und Bodens zumindest wird in der kommenden Woche auf jeden Fall zum polnischen Hoheitsgebiet erklärt werden. "Terra Polska" nämlich heißt das Festival junger polnischer Kunst und Kultur, das fünf Tage lang auf dem Gelände der Kulturbrauerei stattfindet. Folkloristisch soll es aber nicht zugehen, auch wenn die "Warsaw Village Band" die traditionelle Musik ihres Landes schätzt und selbst vor dem Einsatz der "weißen Stimme" nicht zurückschreckt - einer Gesangsart, die eher eine Schreitechnik polnischer Hirten ist. Hardcore Folk, sozusagen, der von den sechs Musikern der Warsaw Village Band gern auch "Bio-Techno" genannt wird (22. 4., 21 Uhr). Überhaupt wird bei diesem Festival spielerisch mit Stereotypen umgegangen: Wer zwei Meter hohe Gartenzwerge benötigt, könnte auf dem "Polenmarkt", der auch ein Performanceort ist, fündig werden. Wer osteuropäische Theateravantgarde sehen möchte, der schaue sich "Wildefortis Opfer" an (20. 4., 21 Uhr) - in diesem Stück schenkt Gott den Frauen Bärte. Ob das noch katholisch ist?Daneben stellt sich die sehr junge und lebendige polnische Literaturszene vor. Dichter und Zeitschriftenmacher lesen und diskutieren. Unter ihnen die 22-jährige Dorota Maslowska, die ihren begeistert aufgenommenen Debütroman "Der polnisch-russische Krieg" innerhalb eines Monats schrieb - neben den Abiturprüfungen. Ein in jeder Hinsicht rauschhaftes Werk (23. 4., 20 Uhr). Und Filme gibt es zu sehen, eine ganze Menge sogar. Kurzfilme hauptsächlich, aber auch einen längeren (20. 4., 20 Uhr). Er handelt von einem verbissenen Streit zweier Nachbarn: "Die Rache". Nichts Falsches denken!Terra Polska von Di an bis 25. April in der Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Telefon: 44 31 50.Weitere Informationen unter:www.terrapolska.de------------------------------Foto: Im Osten wird gern improvisiert: Auch die Band Scianka tut es (23. 4., 21 Uhr).
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