Rückkehrer

Die Soße als Seele des Gerichts: Besuch bei Spitzenkoch Olav Seidel

Olav Seidel hatte einst im rebenreichen Kaiserstuhl sein Paradies gefunden. Nun ist er in seine Heimat zurückgekehrt und hat sein eigenes Gasthaus in Bärwalde eröffnet.

Grit Ladowsky
8 Min
Der Spitzenkoch Olav Seidel setzt in der Küche seines Gasthofes Bärwalde auf Kupfertöpfe.

Der Spitzenkoch Olav Seidel setzt in der Küche seines Gasthofes Bärwalde auf Kupfertöpfe.

© Jürgen Lösel/Ostdeutsche Allgemeine

Soßen sind die unterschätzten Helden auf dem Teller, ihre Fähigkeiten werden chronisch unterbewertet. Wenn Olav Seidel über die Macht der Soßen sinniert, formen sich im Kopf Geschmacksbilder: Man stelle sich eine gebratene Forelle und Kartoffelstampf vor, die in einer üppigen Beurre blanc, der „Königin der Buttersoßen“, baden, einem handwerklichen Kleinod aus Schalotten, trockenem Weißwein und bester Butter. Auf den ersten Blick ein vermeintlich simples Gericht. „Doch dann nimmt man den ersten Bissen, den zweiten, dritten, fängt an zu schmecken und es entwickelt sich etwas. Die Muskatnote im sämigen Kartoffelbrei, die krosse, leicht salzige Haut der Forelle und ihr zartes Fleisch, schließlich das alles verbindende Element: die Soße. Sie ist es, die jede einzelne Komponente nochmals erhebt und zur vollen geschmacklichen Entfaltung bringt.“ Gäste, die in derlei Genuss gekommen sind, reagieren nicht selten überschwänglich: Das sei die köstlichste Forelle ihres Lebens. „Die Soße macht’s“, ist Olav Seidel überzeugt.

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