In Berlin klammert sich die SPD bis zur Selbstverleugnung an die Linke und die Option einer rot-rot-grünen Koalition. Wer den Berliner SPD-Fraktionsvorsitzenden Steffen Krach neulich im ZDF bei Markus Lanz erleben durfte, musste sich fremdschämen ob des Herumlavierens beim Thema Koalition mit einer antisemitischen Linken. Neben Krach saß noch Bundesfamilienministerin Karin Prien von der CDU, die betreten zu Boden schaute, während sich Krach wand, nach Ausflüchten und diplomatischen Redewendungen suchte, wie man am besten mit der störrischen Palästinenser-Sympathisantin und Linken-Abgeordneten Vanessa Emde umgehen solle.
Doch die Berliner SPD möchte trotz aller Verrenkungen Rot-Rot-Grün als Machtoption unbedingt durchsetzen. So wie in Bremen unter Andreas Bovenschulte. So wie es nun auch Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern vorhat. Und so, wie es früher unter Bodo Ramelow in Thüringen und den Regierenden Bürgermeistern Michael Müller und Franziska Giffey in Berlin sieben Jahre lang der Fall war. Dass die Berliner Linken etwas anders gestrickt sind als früher und anderswo, spielt bei den Machtspielchen von Krach und Co. keine Rolle.
Interessant ist, dass sich SPD-Parteichef Lars Klingbeil und sein Generalsekretär Tim Klüssendorf nicht zum Krach in Berlin äußern. Auch für den Bund möchte man sich wohl Rot-Rot-Grün offenhalten. Aber das könnte nicht nur für die SPD, sondern auch für die gesamte Republik zum GAU führen. Doch eins nach dem anderen.
Machtspielchen
Die SPD setzt alles auf Rot-Rot-Grün – am Ende droht der politische Totalschaden
Die SPD startet gerade zwei interessante Experimente, an deren Ende die Kanzlerschaft von Manuela Schwesig stehen könnte. Oder das totale Chaos. Eine Analyse.
7 Min
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Manuela Schwesig setzt auf Rot-Rot-Grün. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern ist wohl bald SPD-Parteivorsitzende.
© Jens Büttner/dpa
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