DDR-Kulturpolitk

„Die Spur der Steine“: Als die SED die Premieren in der gesamten DDR sabotieren ließ

Bestellte Randalierer für einen Film, der die SED verunsicherte: Eine Veranstaltung im Kino International erinnert an die dramatische Premiere von „Die Spur der Steine“ im Jahr 1966.

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Der Schauspieler Hermann Beyer, der Kameramann Peter Badel und der Filmhistoriker Andreas Kötzing (v.r.n.l.) sprechen im Kino International über Frank Beyers Film „Die Spur der Steine“.

Der Schauspieler Hermann Beyer, der Kameramann Peter Badel und der Filmhistoriker Andreas Kötzing (v.r.n.l.) sprechen im Kino International über Frank Beyers Film „Die Spur der Steine“.

© Jordis Antonia Schlösser

Am Dienstag, den 30. Juni 2026, fand im Kino International eine besondere Veranstaltung statt. Hier hatte vor 60 Jahren Frank Beyers Film „Die Spur der Steine“ Premiere, der heute als bekanntester Verbotsfilm der DDR gilt. Die Leiterin der Defa-Stiftung, Stefanie Eckert, ist da, sie liest aus Beyers Autobiografie eine Passage vor, die einen zu diesem lang vergangenen Tag zurückbringt: „Der 30. Juni 1966 ist ein warmer Sommertag in Berlin. Vor dem Kino International in der Karl-Marx-Allee drängen sich die Menschen. Die riesige Plakatwand über dem Kino ist leer, das ‚Spur der Steine‘-Plakat abgenommen. […] An der Kasse gibt es erregte Debatten, weil zahlreiche Journalisten aus dem Westteil der Stadt und aus der Bundesrepublik, die eingeladen worden waren, keine Karten erhalten. Es wird sich bald herausstellen, für wen diese Eintrittskarten gebraucht wurden. […] Ich bin sehr aufgeregt. Irgendetwas liegt in der Luft. Pünktlich um 20 Uhr beginnt der Film. Ungefähr zehn Minuten sind gelaufen, da gibt es die ersten Zwischenrufer.“

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