Kommentar

Die Union plant fest mit dem Prinzip Hoffnung

Das Wahlprogramm liegt vor und suggeriert, dass schon alles nicht so schlimm werden wird. Ein bisschen wenig, findet unsere Autorin.

Christine Dankbar
Christine Dankbar
2 Min
Vor dem EUREF-Campus in Berlin haben Protestierende einen fünf Meter hohen Laschet-Ballon  steigen lassen.  

Vor dem EUREF-Campus in Berlin haben Protestierende einen fünf Meter hohen Laschet-Ballon  steigen lassen.  

© epd/Jürgen Blume

Wenn man Armin Laschet und Markus Söder zuhört und -sieht, bekommt man den Eindruck, dass die beiden wirklich der Meinung sind, dass Altbewährtes in Deutschland immer den Vorzug vor dem Neuen, Unbekannten erhält. Auch dann, wenn sich das Altbewährte  bereits als reichlich abgenutzt erwiesen hat.

Die Devise, die der CDU-Chef und sein Amtskollege von der CSU am Montag ausgaben, klang im Grunde wie die Quadratur des Kreises. Ja, es muss sich vieles ändern, aber keine Sorge, wir sind’s ja, also wird’s schon nicht so schlimm werden. Das versuchten die beiden bei der Vorstellung des Wahlprogramms zu vermitteln. Es hätte nicht viel gefehlt, und der Merkel Wahlspruch „Sie kennen mich“ wäre aus der Mottenkiste geholt worden. Stattdessen hieß es „Sicherheit und Zusammenhalt im Wandel.“ Man könnte auch sagen: Vorwärtsfahren im Rückwärtsgang.

Das Programm der Union hat durchaus seine Stärken, zum Beispiel dort, wo von der dringend  notwendigen Modernisierung des Staates die Rede ist. Doch die – mindestens! – ebenso dringende Klimawende wird nur sehr vage angesprochen. Deutschland soll 2045 ein klimaneutrales Industrieland sein? Ein schönes Ziel, aber es wird offenbar mit ein paar revolutionären Erfindungen erreicht, die dann schon rechtzeitig gemacht werden.

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Man hat die Grünen ja oft als weltfremde Klimapolitiker kritisiert. Das, was die Union anbietet, ist genau das – ein fröhliches Hoffen auf bessere Zeiten. Wenn das für den Wahlsieg reicht, haben wir es alle nicht besser verdient.

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