Die Wicherngemeinde kaufte einen Ausflugsdampfer und rüstet ihn um

Wasserstadt erhält Kirche auf dem Fluß

Christian Kersten
2 Min

Die evangelische Kirche will den Spandauern auf dem Wasser entgegenkommen: Der Kirchenkreis Spandau hat für 21 000 Mark ein ausgedientes Fahrgastschiff gekauft und wird es zu seinem Stützpunkt im Neubaugebiet Wasserstadt machen. "Schon in wenigen Wochen wollen wir das 91 Jahre alte Schiff an der Havelspitze fest machen", so Pfarrer Volker Lübke von der Wicherngemeinde.Derzeit wird die 16 Meter lange "Havel" an der Insel Eiswerder noch winterfest hergerichtet, danach soll sie ihre Reise in die Wasserstadt antreten. "Gottesdienste wird es dort nur vereinzelt geben. Andachten sind aber möglich. Das Schiff soll vielmehr Anlaufstelle für Menschen sein, die seelsorgerischen Rat brauchen. Außerdem wird es eine Begegnungsstätte für Senioren, Jugendgruppen und Gesprächskreise der Wasserstadt", sagte Lübke.Seine Hakenfelder Gemeinde ist zuständig für die Gläubigen im Neubaugebiet Maselake und Havelspitze. Eine "richtige" Kirche werde dort nämlich, entgegen der ursprünglichen Planung, nicht gebaut. "So wurde dann auch im Kirchenkreis die Idee mit dem Schiff geboren", sagte Lübke. Schließlich passe "zur Wasserstadt ein Schiff".Zunächst war eine Beteiligung der Baptisten und der katholischen Kirche an einem ökumenischen Projekt für die Wasserstadt geplant gewesen. Doch dann hätten sich die katholischen Vertreter aus finanziellen Gründen zurückgezogen, so Lübke. Auch die freikirchliche Gemeindeleitung verabschiedete sich aus der gemeinsamen Planung.Wenn die "Havel" erstmals nördlich der Südbrücke an der Havelspitze angelegt hat, soll das Restaurieren des Schiffes beginnen. "Wir müssen neue Fenster einbauen lassen, und das Schiff braucht einen neuen Anstrich", sagte Ekkehard Trappe vom Gemeindekirchenrat. Er ist regelmäßig auf dem Schiff und führt innen die Schönheitsreparaturen aus.Bald soll die "Havel" auch von außen als Kirchenschiff erkennbar sein. "Vielleicht werden wir ein entsprechendes Transparent anbringen", sagt Pfarrer Lübke.

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