Die WM-Show im ZDF nervte

Erklär mir die Bananenflanke

Ralf Mielke
2 Min

Es kann sehr kurzweilig sein, über Fußball zu reden, aber sehr ermüdend, anderen dabei zuzuhören und zuzusehen. Letzteres hat das ZDF am Donnerstagabend mit seiner "großen Fußball-WM-Show" bewiesen. Johannes B. Kerner blickte in der Sendung gemeinsam mit Experten und solchen, die dafür gehalten werden, auf 50 Jahre WM-Geschichte zurück. Also saßen im Studio, verteilt auf Sofas und Sessel: Paul Breitner, Lothar Matthäus, Berti Vogts, Horst Eckel, Toni Schumacher, Ulli Stein, Dieter Kürten, Ingolf Lück, Renate Künast (ja, die auch), Helmut Kohl, Walter Scheel und noch unzählige andere. Abgehakt wurden: der Sieg über die Holländer 1974, die Schmach von Cordoba 1978 (ein 2:3 gegen Österreich), die Schande von Gijon 1982 (ein 1:0 gegen Österreich), das Foul von Schumacher an Battiston 1982, natürlich der Titel 1990 und die folgenden mittelmäßigen Turniere, um das leidlich Aktuelle zu nennen.Zwischendurch lobte Ex-Kanzler Kohl Ex-Bundestrainer Vogts, grüßte Jürgen Klinsmann aus Kalifornien und holte Kerner eine Banane hervor, um sich von Manni Kaltz die Bananenflanke erklären zu lassen. Respekt verdiente sich Ex-Mittelstürmer Klaus Fischer, der im Studio einen Fallrückzieher im Tor versenkte. Noch viel lieber hätte man aber Bilder der historischen WM-Spiele gesehen. Doch die setzte das ZDF sparsam ein. Hier das Tor von Sparwasser in der Vorrunde 1974, da die Hand Gottes von Maradona 1986, dort der Elfer von Brehme 1990. Gerade wenn man begann, in Erinnerungen zu schwelgen, wurde schon wieder losgeplappert. Bis zur WM wird sich das ZDF noch gewaltig steigern müssen. (mi.)

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