Mein frühester Kontakt mit der Zeit ist gut 50 Jahre her. Ich war 19 und bot der „renommierten Wochenzeitung“ einen Beitrag zum 80. Geburtstag des Philosophen Ludwig Marcuse an. Weiß der Himmel, was mich geritten hat. Der „Planet Speersort“ - so nennt sich der Zeit-Verlag wegen seiner Hamburger Adresse Speersort 1 - lag so weit jenseits meiner Provinzwelt wie der Mond. Daher dauerte es auch eine Weile mit der Absage. Ihre Begründung ist mir im Gedächtnis geblieben. Ein 80. Geburtstag, hieß es, sei für ein Blatt wie die „Zeit“ kein hinreichender Grund für einen Artikel. Das war zwar eine Lüge, aber es war eine sehr vornehme Lüge.
Jubiläum
Die Zeit wird 80: Vier Gründe, warum das Blatt im Osten nicht gelesen wird
Deutschlands bekannteste Wochenzeitung feiert Geburtstag. Ein Grund zu feiern? Für Westdeutsche vielleicht! Woran liegt es, dass der Absatz nur dort floriert.
Wolfgang Michal
8 Min
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Die Lifestlye-Pädagogik der Zeit kommt nicht bei allen gut an.
© Roshanak Amini/Berliner Zeitung am Wochenende
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