Was als Weihnachtsgeschenk schon mal ausfällt, ist ein Gutschein für den Besuch des Berliner Bud-Spencer-Museums. Das Privatmuseum Unter den Linden öffnet am 23. Dezember zum letzten Mal seine Türen. Fünf Jahre lang haben dort Originalkostüme, Requisiten und eine lebensgroße Statue an einen Mann erinnert, der im Kino jedes Problem mit seinem Charme und, wenn das nicht half, mit seinen Fäusten löste.
Aber das waren andere Probleme als die, vor die die Betreiber gestellt waren. Sie hatten mit einer Baustelle vor der Tür zu tun, die über ein Jahr den Touristenstrom abreißen ließ. Sie führen Auflagen des Bezirksamts für ihr Scheitern ins Feld, ebenso die ausbleibende Unterstützung aus dem Kulturetat der Stadt.
Zu wenig Touristen für Bud Spencer?
Schon ein Jahr nach der Eröffnung im Juni 2021 zeigte das Geschäftsmodell Macken, sodass das Museum eine Crowdfunding-Aktion auflegte, um die Kosten bedienen zu können. Aber offenbar ist die Quelle aus der Fanbase versiegt. Auch die nötigen Besucherzahlen können den Angaben nach nicht mehr erreicht werden. Ist Bud Spencer nicht mehr populär genug?
Oder ist möglicherweise auch ein rückläufiger Tourismus in der Hauptstadt für das Aus verantwortlich?
Erst vor wenigen Tagen – sogar in derselben Woche – gab das Berlin Dungeon sein jähes Ende bekannt. Nach mehr als 13 Jahren wird auch diese Touristenattraktion unweit des Alexanderplatzes schließen. Auf Nachfrage teilten die Eigentümer der Merlin-Gruppe mit, man habe sich nach sorgfältiger Prüfung der „Entwicklung des eigenen Attraktionsportfolios“ gegen eine Dungeon-Zukunft in Berlin entschieden. Genauere Gründe wurden nicht genannt.
Der Schrecken hat ein Ende: Nach über 13 Jahren schließt das Berlin Dungeon
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Und tatsächlich hat sich der Tourismus in Berlin von den Folgen der Corona-Pandemie noch immer nicht vollständig erholt. Zwar stieg die Zahl der Übernachtungen 2024 auf rund 30,6 Millionen, im vergangenen Jahr ging sie jedoch wieder um 3,8 Prozent auf 29,4 Millionen zurück. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 34,1 Millionen. Auch in diesem Jahr setzt sich der Rückgang fort.
In den ersten acht Monaten verzeichnete die Hauptstadt fast drei Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich fällt das Minus bei internationalen Gästen aus.
Ob der touristische Abwärtstrend mit dem Aus des Bud-Spencer-Museums zusammenhängt, bleibt allerdings Spekulation. Eine Nachfrage der Berliner Zeitung bei den Betreibern blieb bislang unbeantwortet.
Nun geht Bud Spencer in Berlin also endgültig k.o.
Die Ausstellung rund um den Mann mit den fliegenden Fäusten, die noch bis Jahresende zu sehen ist, erstreckt sich über 500 Quadratmeter im historischen Römischen Hof Unter den Linden. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Familie des Schauspielers, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli hieß und dessen Angehörige zahlreiche Stücke aus ihrem Privatbesitz zur Verfügung stellten. Zu den fast 400 Exponaten gehören originale Filmkostüme, zuvor unveröffentlichte Familienfotos, Filmplakate und persönliche Erinnerungsstücke.
Besondere Hingucker sind der rot-gelbe VW-Buggy und ein restaurierter Ford Escort aus „Zwei wie Pech und Schwefel“, ein Eiswägelchen sowie ein Flipperautomat aus „Zwei sind nicht zu bremsen“. Auch Medaillen, Pokale und der originale Olympia-Bademantel des früheren Leistungsschwimmers werden gezeigt.
Sogar der legendäre rot-gelbe VW-Buggy aus „Zwei wie Pech und Schwefel“ steht im Bud-Spencer-Museum.
© Maurizio Gambarini/Imago
Im Laufe der fünf Jahre seines Bestehens wurde das Museum gleich mehrfach neu konzipiert. Auf den Tag genau ein halbes Jahrzehnt nach Bud Spencers Tod eröffnet, am 27. Juni 2021, war die Ausstellung ursprünglich nur für ein Jahr vorgesehen. Stattdessen blieb sie dauerhaft in Berlin. Im Februar 2024 wurde das Konzept erweitert und unter dem Namen „Spencer/Hill World“ auch seinem langjährigen Filmpartner Terence Hill gewidmet. Erst im Februar dieses Jahres kehrte die Ausstellung zu ihrem ursprünglichen Namen und Schwerpunkt zurück.
Nicht einmal ein Jahr später ist jedoch auch damit Schluss. Nun geht Bud Spencer in Berlin also endgültig k.o.
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