Die Halliwood Filmgesellschaft von Dieter Hallervorden, die unter anderem das Schlosspark Theater in Steglitz betreibt, wird seit Jahren vom Land Berlin finanziell unterstützt. Auch während der Corona-Pandemie erhielt das Unternehmen staatliche Hilfen in Millionenhöhe. Hinzu kommen öffentliche Leistungen wie die zeitweise mietfreie Nutzung von Räumen des Landes.
Um mehr Klarheit über Umfang und Bedingungen dieser Unterstützung zu schaffen, hat Robert Eschricht, fachpolitischer Sprecher der AfD für Kultur, einen Antrag auf Offenlegung der Fördermittel gestellt. „Angesichts von fast zehn Millionen Euro staatlicher Förderung in den letzten fünf Jahren für sein Schlossparktheater ist es gleich viel weniger verwunderlich, dass Dieter Hallervorden sich zum Zeitgeist-Aktivisten gegen die beliebteste Oppositionskraft im Land gewandelt hat. Schade um einen einstmals unkonventionellen Künstler, denn es bewahrheitet sich mal wieder: je mehr für die Kultur geschieht, desto schlechter für Ihre Selbstachtung“, kritisiert er.
Millionen für den Theaterbetrieb
Das Schlosspark Theater wird seit 2012 mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Allein 2025 erhielt die Halliwood Filmgesellschaft vom Land Berlin rund 1,26 Millionen Euro für den Betrieb des Theaters. Hinzu kamen etwa 73.000 Euro zur Auszahlung von Gehältern sowie für ein Projekt zur digitalen Infrastruktur. Insgesamt flossen damit im vergangenen Jahr rund 1,33 Millionen Euro an regulären Fördermitteln an Halliwood.
Solche Förderungen sind grundsätzlich kein ungewöhnlicher Vorgang: Das Land Berlin unterstützt zahlreiche Kulturinstitutionen, weil Theater und andere Kultureinrichtungen ihre Kosten nicht allein über Eintrittsgelder und eigene Einnahmen decken können. Die entscheidende Frage ist daher nicht allein, dass Halliwood Geld erhält, sondern in welcher Höhe, für welchen Zweck und unter welchen Bedingungen.
2,3 Millionen Euro Corona-Hilfen
Besonders umfangreich waren die staatlichen Hilfen während der Corona-Pandemie. Für das von der Halliwood Filmgesellschaft betriebene Schlosspark Theater und das ebenfalls von dem Unternehmen betriebene Kabaretttheater Die Wühlmäuse wurden insgesamt rund 2,3 Millionen Euro an Corona-Hilfen bewilligt. Die Hilfen sollten Kulturunternehmen dabei unterstützen, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen zu überstehen.
Eine Besonderheit: Die Summe muss von Halliwood nach dem derzeitigen Stand nicht zurückgezahlt werden, obwohl die Investitionsbank Berlin (IBB), die für die Prüfung der Corona-Hilfen zuständig ist, zunächst eine Rückforderung ausgesprochen hatte. Gegenüber dieser Zeitung erklärt die IBB: „Der Antragsteller bzw. der beauftragte prüfende Dritte (pD) hatte auf unsere mehrfachen Nachfragen bei der Schlussprüfung nicht reagiert. Daraufhin wurde folglich wegen „mangelnder Mitwirkung“ das Geld zurückgefordert. Als der Antragsteller bzw. der pD dagegen fristgerecht Einspruch eingelegt hatte und die geforderten Unterlagen ordnungsgemäß eingereicht hatte, konnte der Fall geprüft und abgeschlossen werden. Dadurch entfiel die Rückforderung.“
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Nicht nur Fördergeld: Auch die Mietkosten spielen eine Rolle
Neben direkten Zuschüssen gibt es einen weiteren finanziellen Vorteil: Das Schlosspark Theater nutzt Räume in einer Immobilie des Landes Berlin. Bis 2026 musste Halliwood dafür keine reguläre Miete zahlen. Auch einen erheblichen Teil der Betriebs- und Nebenkosten übernahm das Land. Für das Jahr 2025 ergibt sich daraus nach Angaben des Senats ein finanzieller Vorteil von rund 288.000 Euro bei den Mietkosten und weiteren rund 100.000 Euro bei Betriebs- und Nebenkosten.
Seit 2026 hat sich das Modell geändert. Nach Angaben der Senatsverwaltung wurden die Mietverträge an das im Land Berlin übliche Mieter-Vermieter-Modell angepasst. Halliwood trägt seitdem die Miet- und Betriebskosten selbst. Gleichzeitig wurde aber die reguläre Zuwendung an die Filmgesellschaft entsprechend erhöht: Im Doppelhaushalt 2026/2027 sind dafür zusätzlich 288.260 Euro für die Miete und 62.620 Euro für die Betriebskosten vorgesehen.
Wie viel öffentliche Unterstützung kommt insgesamt zusammen?
Genau hier setzt die politische Forderung nach Transparenz an. Betrachtet man nur die direkten Fördermittel, sind bereits Millionenbeträge über mehrere Jahre dokumentiert. Hinzu kommen die Corona-Hilfen sowie der finanzielle Wert der zeitweise mietfreien Nutzung der Landesimmobilie.
Dabei sollten die verschiedenen Leistungen allerdings nicht einfach addiert und als „Subventionen“ bezeichnet werden. Eine reguläre Kulturförderung verfolgt einen anderen Zweck als eine Corona-Nothilfe. Auch der Verzicht auf Miete ist keine Auszahlung auf das Konto des Unternehmens, stellt für den Nutzer der Immobilie aber dennoch einen wirtschaftlichen Vorteil dar.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie hoch ist der gesamte wirtschaftliche Vorteil, den Halliwood aus öffentlichen Mitteln und Leistungen erhält und welchen konkreten Gegenleistungen stehen diese Unterstützungen gegenüber?
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Warum die Offenlegung relevant ist
Der Antrag der AfD zielt darauf, genau diese Fragen genauer zu beantworten. Dabei geht es nicht automatisch um den Vorwurf, dass Halliwood Fördermittel zu Unrecht erhalten habe. Dafür gibt es nach den vorliegenden Informationen keinen Beleg.
Es geht vielmehr um die Transparenz staatlicher Kulturförderung: Wenn ein privat betriebenes Theater über Jahre erhebliche öffentliche Unterstützung erhält, sollte nachvollziehbar sein, wie hoch diese Unterstützung tatsächlich ist, wofür sie verwendet wird und warum sie in dieser Höhe gerechtfertigt ist.
600 Millionen Euro für die Berliner Kultur
Die Halliwood Filmgesellschaft ist dabei nur ein Fall unter vielen. Berlin investiert jedes Jahr rund 600 Millionen Euro in die Kulturförderung. Vor diesem Hintergrund ist die Debatte über die Unterstützung des Schlosspark Theaters mehr als eine Auseinandersetzung über einzelne Millionenbeträge: Sie berührt die grundsätzliche Frage, wie der Staat sein Kulturbudget verteilt, nach welchen Kriterien gefördert wird und wie transparent diese Entscheidungen für die Öffentlichkeit sind.
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